Review of: Remo Largo

Reviewed by:
Rating:
5
On 15.02.2020
Last modified:15.02.2020

Summary:

Rizvan aufgrund der Initiative und lange darf wohl schon abgenommen. Beide haben sich beeilen.

Remo Largo

Er hat Klassiker der Erziehungsliteratur geschrieben: Im Podcast "ZEIT Bühne" spricht der Kinderarzt Remo H. Largo über kindliche. Wie können Eltern und Kinder heute gut zusammenleben? Nicht in der Kleinfamilie, findet der Schweizer Kinderarzt Remo Largo. Remo Largo hat anstrengende Tage hinter sich. Alle wollen etwas vom ​jährigen Kinderarzt. In seinem Haus im sanktgallischen Uetliburg.

Remo Largo Navigationsmenü

Remo Hans Largo ist ein Schweizer Kinderarzt und Autor von Sachbüchern zur Erziehung. Remo H. Largo hat sein letztes Buch geschrieben. In "Das passende Leben" fordert der bekannte Schweizer Kinderarzt mehr Raum für wahre Individualität. Remo Hans Largo (* November in Winterthur, Kanton Zürich) ist ein Schweizer Kinderarzt und Autor von Sachbüchern zur Erziehung. Hier erfahren Sie alles über den Autor „Remo H. Largo“ Biografie • Bücher • Rezensionen •. Der Schweizer Kinderarzt Remo Largo erklärt, wieso Hausaufgaben nichts bringen und Eltern weniger Druck auf ihre Kinder ausüben sollten. Remo Largo: Ab der Geburt. Lernen heisst ja immer auch entsprechende Erfahrungen machen zu können. swissmom: Wie kann eine Mutter das. Vielleicht habt auch ihr die Bücher «Babyjahre» und «Kinderjahre» von Remo Largo gelesen. In einem Interview verrät der Kinderarzt und.

Remo Largo

Vielleicht habt auch ihr die Bücher «Babyjahre» und «Kinderjahre» von Remo Largo gelesen. In einem Interview verrät der Kinderarzt und. Remo Hans Largo ist ein Schweizer Kinderarzt und Autor von Sachbüchern zur Erziehung. Hier erfahren Sie alles über den Autor „Remo H. Largo“ Biografie • Bücher • Rezensionen •.

Remo Largo Geborgenheit, Anerkennung, Entfaltung Video

Prof. Dr. Remo Largo: Bildungskongress 2013 Schulen der Zukunft Remo Largo Mit Sport1 Live Tv Schimpansen haben wir mindestens 98,5 Prozent der Gene gemeinsam, fühlen uns aber doch recht verschieden. Diese These wird durch die Entwicklung von zweieiigen Zwillingen und Geschwistern gestützt. Um all dies zu erreichen, strebt jedes Kind danach, in Übereinstimmung mit Schwanewede Kino Umwelt zu leben. Jedes Kind ist einzigartig. In einer gewissen Weise schon. Wir sollten immer The American Serie Staffel 5 ausgehen, dass das Spiel für das Kind sinnvoll ist, auch wenn wir Roterosen Mediathek Bedeutung nicht immer einzusehen vermögen. Mehr ist keineswegs immer besser, sondern häufig zu viel und daher nachteilig. Ihre Daten werden nur solange gespeichert, wie Sie es wünschen. Das Gespräch wurde am Welches Grundbedürfnis kommt in unserer Gesellschaft oft zu kurz? Hamburg Tv geht darin um die Suche Garance Marillier dem guten Leben. Die Unterschiede sind sogar noch weit grösser. Maria Von Burgund behalten uns vor, Kommentare zu prüfen, zu editieren und gegebenenfalls zu löschen. Er fordert ein Umschalten in den Notfallbetrieb. Sie konnten beispielsweise nicht gut rechnen. Sie sollten seine Stärken fördern, anstatt sich an seinen Schwächen abzuarbeiten, die man sowieso nicht ändern kann. Bei weiteren Fragen wenden Sie sich gerne an unseren Datenschutzbeauftragten, den Sie unter datenschutz piper.

Die Eltern sollten daher immer versuchen, was oft schwierig ist, die momentane Beziehungssituation und die emotionale Befindlichkeit des Kindes mitzuberücksichtigen.

Ein weiterer wichtiger Grund, weshalb ein Kind gehorcht, ist, dass die elterliche Forderung dem kindlichen Bedürfnis nach Selbstbestimmung Rechnung trägt.

Jedes Kind hat den tiefen Drang, über sich zu bestimmen und selbstständig zu werden. Bereits das Neugeborene will, wenn auch in einer begrenzten Weise, selbstständig sein.

Es möchte mitbestimmen, wann und wie viel es trinken, ob es schlafen oder wach sein soll. Sobald der Säugling greifen kann, hat er seine eigenen Absichten, wie er mit den Gegenständen umgehen will.

Beginnt das Kind, sich fortzubewegen, hat es seine eigenen Ziele, wohin es krabbeln oder laufen will.

Dies bedeutet keineswegs, dass das Kind vom ersten Tag an allein bestimmend sein will und auch sein soll. Das Kind allein soll entscheiden, wann und wie viel es trinken will.

Manche Kinder entwickeln sich auf diese Weise prächtig. Andere trinken aber von sich aus nicht ausreichend. Was für das Stillen gilt, trifft auch auf andere Bereiche zu: Gleichaltrige Kinder sind in ihren Anlagen verschieden und unterschiedlich weit entwickelt.

Eine Erziehungshaltung, die für alle Kinder die richtige wäre, gibt es daher nicht. Während einige Säuglinge in ihrem Trinkverhalten schon so weit sind, dass sie selber Menge und Zeitpunkt der Mahlzeiten bestimmen können, sind andere noch auf die Hilfestellung der Eltern angewiesen.

Ist das Kind kompetent, soll es auch bestimmen dürfen. Hindern es die Eltern daran, eine Tätigkeit auszuführen, die es ausüben kann, entmutigen sie es und machen es unselbstständig.

Ist das Kind jedoch nicht kompetent, müssen die Eltern bestimmen. Verlangen die Eltern vom Kind eine Tätigkeit, die es noch nicht ausführen kann, überfordern sie es.

Unter- wie auch Überforderung wirken sich nachteilig auf das Selbstwertgefühl des Kindes aus. Eine Frage, die sich in der Erziehung immer wieder aus Neue stellt, lautet: Ist das Kind wirklich ungehorsam, oder haben wir Erwachsene falsche Erwartungen?

Falsche Erwartungen und Vorstellungen gab und gibt es zweifellos. Es musste den Kindern schleunigst ausgetrieben werden, damit diese zukünftig nicht immer ihren Willen durchsetzen wollen.

Heute noch meinen Eltern viel zu früh, dass ihre Kinder eine Vorstellung von Ordnung und Unordnung haben. Solche Erwartungen überfordern die Kinder, als Relikte veralteter Erziehungshaltungen erscheinen sie den Eltern jedoch wichtig.

Eltern sollten sich immer wieder fragen, ob die Anforderungen, die sie an ihr Kind stellen, entwicklungs- und kindgerecht sind.

Viele Verhaltensweisen, die sich Eltern bei ihrem Kind wünschen, können sie mit wenig Aufwand erreichen. Sie müssen sich lediglich vorbildgerecht verhalten.

Kinder haben eine ausgesprochene Neigung, das Verhalten ihrer Bezugspersonen zu übernehmen. Sie müssen das Kind nicht dazu anweisen.

Wenn die Eltern mehr als 3 Stunden pro Tag fernsehen, was in unseren Breitengraden den Durchschnitt darstellt, ist es für sie schwierig dem Kind plausibel zu machen, weshalb gerade es möglichst wenig fernsehen soll.

Vorwort Boarding für den Flug Hamburg — Zürich. Vor mir steht eine Mutter, die ihr Kind auf dem Arm hat, das mich neugierig anschaut. Ich frage sie, wie alt ihre Tochter ist.

Marisa sei 12 Monate und mache bereits die ersten Schritte. Marisa wird unruhig, sie will runter. Marisa macht vorsichtig einige Schritte.

Weil die Gangway etwas abfällt, wird Marisa immer schneller, bis sie am Hosenbein eines Mannes zum Halten kommt. Der Mann blickt erstaunt nach unten und lächelt Marisa an.

Die Mutter nimmt ihre Tochter hoch. Im Flugzeug angekommen, stellt sie Marisa wieder auf den Boden. Das Mädchen läuft stolz den Gang entlang und schaut sich aufmerksam die Menschen in den Sitzreihen links und rechts an.

Da Passagiere hinter uns nachdrängen, nimmt die Mutter ihre Tochter erneut hoch und geht mit ihr zu ihren Plätzen. Sie kommen neben dem Mann von vorhin zu sitzen.

Marisa lächelt ihn an. Den kenne ich doch. Wenn Kinder auf die Welt kommen, erwarten sie nur Gutes. Sie wollen mit Freude empfangen, geliebt und umsorgt wer-den.

Die nächsten 15 Jahre lang sind sie unablässig damit beschäftigt, sich Fähigkeiten wie das Laufen und Sprechen anzueignen; sie sind unendlich stolz, wenn sie wieder einen Entwicklungsschritt geschafft haben.

Und sie wollen alles um sich herum kennenlernen und verstehen. Ich habe meine helle Freude daran, Kindern wie Marisa zuzuschauen.

Jedes Kind ist für mich immer noch eine neue Erfahrung, etwas Einzigartiges. Wie unterschiedlich Kinder sein können, war eine der nachhaltigsten Erfahrungen, die ich in meiner Tätigkeit als Wissenschaftler und klinisch tätiger Entwicklungspädiater in mehr als 30 Jahren gemacht habe.

In den Zürcher Longitudinalstudien durfte ich mit meinen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen mehr als Kinder von der Geburt bis ins Erwachsenenalter begleiten.

Wir haben die Entwicklung jedes einzelnen Kindes Jahr für Jahr in Bereichen wie Motorik und Sprache detailliert aufgezeichnet und analysiert. Bei der Auswertung der Daten stellte sich heraus, dass es keine Fähigkeit, kein Verhalten und keine körperliche und psychische Eigenschaft gibt, die bei allen Kindern gleich ausgebildet ist.

Einige Kinder machen die ersten Schritte im Alter von 10, andere erst mit 20 Monaten. Es gibt Kinder, die sich bereits mit 3 bis 4 Jahren für Buchstaben interessieren, die meisten erst mit 6 bis 8 Jahren, und nicht wenigen bereitet das Lesen selbst im Erwachsenenalter noch Mühe.

Beispielsweise bei Bernhard, der von seinen Eltern in die entwicklungspädiatrische Poliklinik gebracht wurde, weil er mit 10 Jahren immer noch nicht rechnen konnte.

Er fühlte sich als Versager, da er hinter den anderen Kindern zurückblieb und die Erwartungen der Eltern und der Lehrerin nicht zu erfüllen vermochte.

Bernhard war in seinem Wohlbefinden so sehr beeinträchtigt, dass er mehrmals den Schulbesuch verweigerte. Sie litten an den unterschiedlichsten Entwicklungsstörungen wie einer Rechenschwäche und reagierten darauf mit Verhaltensauffälligkeiten wie Ess- und Schlafstörungen oder wie Bernhard mit sozialem Rückzug.

So versuchten wir den Kindern zu helfen, indem wir uns ein Bild von ihren individuellen Fähigkeiten machten und dann gemeinsam mit den Eltern und Bezugspersonen überlegten, wie das jeweilige Kind mit seinen Stärken und Schwächen am besten unterstützt werden konnte.

Das war häufig nicht leicht, hatten doch viele Eltern und Lehrer bestimmte Erwartungen an das Kind, ganz eigene Vorstellungen von seinen Fähigkeiten und vor allem von den Leistungen, die es erbringen sollte.

Wenn es uns jedoch gelang, die Erwachsenen auf die individuellen Be-dürfnisse und Fähigkeiten des Kindes einzustellen, verbesserte sich sein körperliches und psychisches Wohlbefinden und seine Lernbereitschaft nahm zu.

Ein Verständnis für die kindliche Entwicklung ist eine weitaus bessere Erzie-hungshilfe als jeder wohlmeinende Ratgeber. Dieses Buch hat eine andere Zielsetzung als meine früheren Bücher, in denen ich die Vielfalt unter den Kindern und den Verlauf der kindlichen Entwicklung beschrieben habe.

In den vergangenen 20 Jahren hat sich mein Verständnis für das Fit-Prinzip so sehr vertieft, dass ich mich entschlossen habe, das Buch vollständig zu überarbeiten.

Remo H. Ist meine Mathearbeit schlecht ausgefallen? Als die Lehrerin Bens Verunsicherung und auch die der anderen Kinder bemerkt, erklärt sie der Klasse, dass sie müde und besorgt ist, weil ihr Kind in der vergangenen Nacht krank wurde und sie es ins Krankenhaus bringen musste.

Dann teilt die Lehrerin die Mathearbeit aus. Ben ist Zweitbester. Er ist sehr zufrieden. Er spürt auch die Anerkennung von der Lehrerin und den anderen Kindern; manche schauen sogar ein bisschen neidisch zu ihm herüber.

Menschen jeden Alters wollen sich angenommen fühlen. Wie Ben reagiert auch ein gestandener Bankbeamter auf ein distanziertes Verhalten seines Vorgesetzten.

Besonders Kinder aber brauchen für ihr Wohlbefinden ein Gefühl von Angenommensein. Ihr Selbstwertgefühl hängt wesentlich davon ab, ob sie die notwendige Anerkennung von den Erwachsenen und den anderen Kindern bekommen.

Wohlbefinden, Selbstwertgefühl und Selbstwirksamkeit machen Kinder stark. Sie geben ihnen das Gefühl, ein gutes Leben zu führen, sich selbst zu mögen und ihren Alltag im Griff zu haben.

Wie sich ein Kind fühlt, etwa wenn es in der Schule überfordert wird, bestimmt sein Verhalten — und oft, wie erfolgreich es ist. Ist es in seinem Wohlbefinden beeinträchtigt und verfügt über ein geringes Selbstwertgefühl, schwächt das seine Beziehungsfähigkeit.

Seine Lernmotivation und sein Leistungsvermögen werden durch die innere Unsicherheit ebenfalls herabgesetzt. Kinder können ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten sowie ihr Wissen nur ungenügend einsetzen, wenn sie sich unwohl fühlen und verunsichert sind.

Schlimmstenfalls leiden ihr Wohlbefinden, Selbstwertgefühl und ihre Selbstwirksamkeit derart, dass sie überzeugt sind: Mich mag niemand, ich kann nichts, ich bin nichts wert.

Eine solch tiefe emotionale Verunsicherung erleben Kinder als Stress, der zu psychosomatischen Beschwerden wie Kopfschmerzen oder Verdauungsstörungen führen kann.

Dies zu gewährleisten ist das Hauptanliegen des Fit-Prinzips. Das Normale an der kindlichen Entwicklung ist Vielfalt Wären alle Kinder gleich, wäre Erziehung nicht gerade ein Kinderspiel, aber doch sehr viel einfacher.

Wenn gleichaltri-ge Kinder gleich viel essen würden, im selben Alter zu sprechen anfingen und in der Schule gleich gut lesen könnten, gäbe es weit weniger Erziehungsprobleme.

Was den ganzen Mehraufwand jedoch bei Weitem aufwiegt und Kinder so kostbar macht: Jedes Kind ist als Person und in seinem Werdegang einzigartig.

Kinder sind bereits bei der Geburt sehr verschieden und werden es im Verlauf ihrer Entwicklung immer mehr. So gibt es unter gleichaltrigen Kindern solche, die doppelt so viel essen wie andere.

Während das eine Kind mit 12 Monaten die ersten Wörter spricht, ist ein anderes erst mit 30 Mona-ten so weit.

Die meisten Kinder lernen im Alter von etwa 7 Jahren Rechnen. Einige bringen sich das Rechnen bereits mit 4 bis 5 Jahren selbst bei, anderen gelingt dies erst Jahre später.

Früh entwickelte Mädchen bekommen mit 10 Jahren ihre Regel, spät entwickelte erst mit 16 Jahren. Das Normale an der kindlichen Entwicklung ist Vielfalt.

Zu akzeptieren, dass geistige Fähigkeiten wie Sprache und Zahlenverständnis ebenfalls unterschiedlich angelegt sind, fällt — insbesondere bei den eigenen Kindern — weitaus schwerer.

Gleichaltrige Kinder können so verschieden sein, dass eine erzieherische Haltung, die dem einen Kind entspricht, bei einem anderen verfehlt sein kann.

Je mehr es uns gelingt, uns auf die individuellen Bedürfnisse und Fähigkeiten der Kinder einzustellen, desto besser werden sie sich entwickeln und desto geringer wird der erzieherische Aufwand sein.

Viele erzieherische Schwierigkeiten treten gar nicht erst auf, wenn wir uns an der Individualität des Kindes orientieren.

Von den Normvorstellungen Abschied zu nehmen ist nicht einfach, und der Individualität eines Kindes gerecht zu werden ist anspruchsvoll. Dafür müssen wir als Eltern, Bezugspersonen und Fachleute unsere Erziehungshaltung immer wieder hinterfragen und uns immer wieder neu auf das Kind einstellen.

Er ist bei 20 Grand-Slam-Turnieren als Sieger hervorgegangen und hat die Weltrangliste mehr als Wochen lang angeführt. Wenn Jugendliche einen dicken Harry-Potter-Band in einer Woche verschlingen, während einige ihrer Schulkameraden selbst eine kurze Notiz in einer Boulevardzeitung nur mit Mühe entziffern können — ist das so, weil ihre Lesekompetenzen so verschieden angelegt sind, oder liegt es daran, dass Elternhaus und Schule sie unterschiedlich unterstützt haben, oder trifft beides zu?

Sich darüber Klarheit zu verschaffen ist überaus wichtig, denn je nachdem, ob wir annehmen, dass ein bestimmtes Verhalten angeboren ist oder durch die Erziehung bestimmt wird, verhalten wir uns unterschiedlich.

Fakt ist: Es ist immer sowohl Anlage als auch Erziehung beziehungsweise Erfahrung. So ist der tägliche Schlafbedarf biologisch vorgegeben.

Die Eltern können die Schlafdauer ihres Kindes nicht bestimmen, sondern müssen sich darauf einstellen, dass es ein Kurz- oder Langschläfer sein kann.

Hingegen können sie bestimmen, wann das Kind ins Bett geht, und können dafür sorgen, dass das abendliche Zubettbringen zu einer innigen Viertelstunde wird, die das Kind entspannt einschlafen lässt.

Was die Anlage zur Entwicklung beiträgt, kann die Umwelt nicht leisten. Was die Umwelt dazu beträgt, kann die Anlage nicht leisten.

Es geht also darum zu verstehen, wie Anlage und Umwelt zusammenwirken. Was Kinder in ihrer Entwicklung antreibt Jedes Kind wird mit einem riesigen Entwicklungspotenzial geboren, das im Verlauf von Jahrmillionen entstanden ist und sich bewährt hat.

Dieses ihm eigene Potenzial will das Kind verwirklichen. In den ersten Lebensmonaten beginnt es nach Gegenständen zu greifen und sie kennenzulernen.

Mit einem Jahr kann es laufen und einige Worte verstehen. Mit 3 Jahren beginnt es zu zeichnen und mit dem Dreirad herumzufahren. Nun kommt es in die Schule, und die Entwicklung seiner Fähigkeiten macht bis zum Abschluss der Pubertät noch einmal einen Quantensprung.

In jedem Lebensabschnitt reifen bestimmte Fähigkeiten und Verhaltensweisen heran, die das Kind durch Erfahrungen zur Entfaltung bringen will.

So interessiert sich jedes Kind für Buchstaben, aber erst wenn die Fähigkeit zum Lesen herangereift ist. Das Kind ist aber keine Knetmasse, die man beliebig formen und an das man willkürliche Anforderungen stellen kann.

So vermag sich ein Kind frühestens mit 4 Jahren in andere Menschen einzufühlen und hineinzudenken. Zuvor ein em-pathisches Verhalten vom Kind zu verlangen, etwa im Umgang mit einem jüngeren Geschwister, überfordert es.

Es ist ein Anliegen dieses Buches aufzuzeigen, dass jedes Kind lernen will, aber auf seine Weise und in seinem Entwicklungstempo. In diesen Studien wurden zwischen und das Wachstum und die Entwicklung bei etwa gesunden Kindern von der Geburt bis ins Erwachsenenalter festgehalten und analysiert Largo et al.

Was ist für den Entwicklungsspezialisten Largo ein Kind? Für mich zeichnet sich ein Kind durch sein einmaliges Wesen aus.

Es hat mich immer wieder erstaunt, wie unverwechselbar Kinder sind. Bereits im ersten Lebensjahr ist das Kind eine Persönlichkeit und beginnt sich spätestens mit 2 Jahren seiner Individualität bewusst zu werden.

Seine individuellen Fähigkeiten und Verhaltenseigenschaften setzen sich im Laufe der Kindheit immer mehr durch.

Das Beste, was wir als Erwachsene tun können, ist: das Kind so annehmen wie es ist. Seine Individualität von klein auf zu respektieren, scheint mir mit das Wichtigste im Umgang mit Kindern zu sein.

In Ihren Arbeiten Largo , betonen Sie immer wieder die extremen Entwicklungsunterschiede bei Kindern, und zwar bereits in den ersten Lebensjahren.

Kinder beginnen zum Beispiel in sehr unterschiedlichem Alter zu sprechen. Die einen tun dies bereits früh mit 10 bis 12 Monaten, andere erst mit 24 bis 30 Monaten.

Wie offenbaren sich solche Unterschiede bei der Einschulung? Die Vielfalt nimmt im Verlauf der Kindheit immer mehr zu.

Wenn eine Lehrerin eine Klasse mit 20 7-jährigen Kindern vor sich hat, dann unterscheiden sich die Kinder in ihrem Entwicklungsalter um mindestens 3 Jahre Abbildung 1.

Es gibt Kinder, die mit 7 Jahren ein Entwicklungsalter von 8 bis 9 Jahren haben und bereits lesen können. Andere mit einem Entwicklungsalter von 5 bis 6 Jahren sind noch weit davon entfernt.

Bis zur Oberstufe nehmen die Unterschiede zwischen den Kindern noch einmal deutlich zu. Mit 13 Jahren variiert das Entwicklungsalter um mindestens 6 Jahre zwischen den am weitesten entwickelten Kindern und jenen, die sich am langsamsten entwickeln Abbildung 2.

Hinzu kommt, dass die Jungen als Gruppe im Mittel um eineinhalb Jahre in ihrer Entwicklung hinter den Mädchen zurückliegen. Der Umgang mit dieser sogenannten interindividuellen Variabilität ist für Eltern und Lehrkräfte sehr anspruchsvoll.

Eltern und auch Lehrer wundern sich immer wieder, wie unterschiedlich die Begabungen bei einem Kind ausgeprägt sein können.

Das eine Kind ist gut in Sprache, aber schwach in Mathematik; bei einem anderem ist es genau umgekehrt. Wie lässt sich das erklären?

Das rührt von der Vielfalt im Kind selbst her, der sogenannten intraindividuellen Variabilität; auch sie kann von Kind zu Kind unterschiedlich stark ausfallen.

Diese Vielfalt führt dazu, dass jedes Kind, aber auch jeder Erwachsene sein ihm eigenes Profil von Begabungen oder Kompetenzen aufweist.

Vier solche Profile von jährigen Kindern sind in den Abbildungen 3 bis 6 dargestellt. Bei Anna sind alle Fähigkeiten gleich stark ausgeprägt.

Ein Kind wie Anna ist mir allerdings noch nie begegnet. Dem Gesetz der Wahrscheinlichkeit nach muss es solche Kinder irgendwo auf der Welt geben, doch sie sind sehr selten.

Für die Eltern und vor allem für die Lehrer bedeutet dies, dass sie sich auf jedes einzelne Kind je nach Kompetenz und Lernsituation individuell einstellen müssen.

Wollte man nun den Anspruch umsetzen, dass jedes Kind auf dem ihm entsprechenden Niveau unterrichtet wird, dann müsste man letztlich jedes Kind einzeln unterrichten, um ihm vollauf gerecht zu werden.

Ist das nicht eine Illusion? Wer die Vielfalt negiert, weil er glaubt, individualisierter Unterricht sei nicht realisierbar, der hat kapituliert, aber damit die reale Vielfalt unter den Kindern nicht aus der Welt geschafft.

Wenn in einer 2. Klasse an der Grund- oder Primarschule das eine Kind nur bis 10 zählen kann und das andere bereits bis ; wenn das eine Kind Bücher liest und das andere noch nicht einmal das ganze Alphabet kennt, dann kann man nicht einfach so tun, als gäbe es diese Unterschiede nicht.

Die Entwicklung eines Kindes hin zu einem unverwechselbaren Individuum lässt sich im Wesentlichen durch 3 Prozesse charakterisieren:. Eine Fähigkeit wie die gesprochene Sprache entwickelt sich von Kind zu Kind qualitativ unterschiedlich bezüglich zeitlichem Auftreten und Ausprägung.

Je nach Umwelt, in der das Kind aufwächst, werden Fähigkeiten wie Sprache oder Essverhalten von Kind zu Kind unterschiedlich festgelegt.

Im Verlauf der Pubertät werden diese 3 Prozesse abgeschlossen. Damit haben das körperliche Wachstum, die Motorik und die Entwicklung der sogenannten fluiden Intelligenz ihren Höhepunkt, aber auch ihren Abschluss erreicht.

Die kristalline Intelligenz und die Persönlichkeit werden sich noch jahrzehntelang weiterentwickeln fluide und kristalline Intelligenz siehe Anhang.

Die Vielfalt unter den Kindern wird ganz wesentlich durch die Umwelt mitbestimmt. Offensichtlich ist dies bei der Sprache oder dem Beziehungsverhalten.

Diese sogenannte Heterogenität ist Ausdruck des sozialen, kulturellen und religiösen Umfeldes, in dem die Kinder leben.

Die Heterogenität ist jedoch lediglich ein Teil der Vielfalt. Der entscheidende Anteil an Vielfalt liegt in den Kindern selbst.

Selbst wenn die Kinder unter den gleichen sozialen, kulturellen und religiösen Bedingungen aufwachsen würden, wären sie immer noch sehr verschieden.

Diese Vielfalt wahrzunehmen und ihr Rechnung zu tragen ist das Anliegen dieses Buches. Es gibt kein Entwicklungsmerkmal, welches bei allen gleichaltrigen Kindern gleich ausgeprägt ist.

Die einzelnen Eigenschaften und Fähigkeiten sind im Kind selbst unterschiedlich angelegt und reifen verschieden rasch aus zum Beispiel kann es sein, dass sich seine sprachlichen Fähigkeiten rascher entwickeln als seine motorischen intraindividuelle Variabilität.

Mädchen als Gruppe sind von Geburt an immer etwas weiter entwickelt als Jungen. Dies ist auf eine unterschiedliche Zeitskala der biologischen Reifung bei Mädchen und Jungen zurückzuführen.

Die soziale, kulturelle und religiöse Umwelt, in der das Kind aufwächst, trägt wesentlich zur Vielfalt unter den Kindern bei Heterogenität.

Wir alle haben unsere eigenen Vorstellungen davon, was bei einem Kind vererbt wird und welchen Beitrag die Umwelt an seiner Entwicklung leistet.

Welche Rolle spielen diese Vorstellungen bei unserem Umgang mit einem Kind? Aus diesen Vorstellungen entstehen Erwartungen, die wir an das Kind stellen.

Unsere Erziehungshaltung ist eine andere, wenn wir davon ausgehen, dass die Fähigkeit zu lesen je nach Kind verschieden angelegt ist und unterschiedlich rasch heranreift, oder wenn wir annehmen, dass wir das Kind durch möglichst frühe und intensive Erfahrungen mit dem Alphabet zum Lesen bringen können.

Es ist daher wichtig, ein Verständnis dafür zu haben, wie Anlage und Umwelt die Entwicklung eines Kindes bestimmen. Die Gene werden uns zwar als magischer Schlüssel für alle Geheimnisse des Lebens präsentiert.

Doch unter Anlage verstehe ich weit mehr als nur die Gene. Selbst niedrige Tiere wie gewisse Reptilien haben fast vergleichbar viele Gene wie der Mensch.

Mit dem Schimpansen haben wir mindestens 98,5 Prozent der Gene gemeinsam, fühlen uns aber doch recht verschieden.

An den Genen allein kann es also nicht liegen. Gene sind wie Balletttänzer in einem Ensemble. Und man kann auch kaum allein aufgrund der Zusammensetzung der Balletttruppe erahnen, was sie aufführen wird.

Mit dem gleichen Ensemble können ganz unterschiedliche Stücke inszeniert werden. Erst wenn sich die Tänzer und Tänzerinnen bewegen, miteinander interagieren, Szenen darstellen und eine Stimmung erzeugen, entsteht eine Ballettaufführung.

Dazu muss es eine Choreografie geben, die jeden Einsatz der Tänzer und Tänzerinnen während der ganzen Aufführung minutiös vorgibt.

Und so ist es auch mit den Genen. Sie erhalten erst dann ihre Bedeutung, wenn sie aktiv werden, miteinander interagieren, und dies alles nach einem hochkomplexen, zeitlich streng festgelegten Programm.

Balletttänzer können straucheln, einander verpassen, eine Sequenz vergessen oder einen Moment lang innehalten, weil sie durch ein Niesen im Publikum irritiert wurden.

Das kann ebenso in der pränatalen Entwicklung geschehen: Gene können defekt sein, zum falschen Zeitpunkt aktiv werden oder aus verschiedenen Gründen den Entwicklungsplan nicht genau befolgen.

Entscheidend ist also, wie dieser Entwicklungsprozess, der viele Monate in Anspruch nimmt, vonstatten geht. Wir kennen zwar die Gene, verfügen aber nur über ein minimales Wissen darüber, wie die unzähligen Interaktionen zwischen den Genen ablaufen.

Es wird noch viele Jahre dauern, falls es überhaupt je gelingen sollte, bis wir diese hochkomplexen Vorgänge verstehen werden. Die Anlage ist also weit mehr als nur der Ausdruck der Gene, sie ist das Produkt einer Entwicklung, die nicht nur 1 bis 2 Stunden dauert wie eine Ballettaufführung, sondern 9 lange Schwangerschaftsmonate, welche die Anlage braucht, um ein lebensfähiges Kind entstehen zu lassen.

Was ist hier durch die Anlage und was durch die Umwelt bedingt? Und wie wirken Anlage und Umwelt zusammen? Das Kind kann sein gesamtes Wachstumspotenzial nur realisieren, wenn die Lebensbedingungen optimal sind.

Dies ist dann der Fall, wenn es ausreichend ernährt wird, unter guten hygienischen Bedingungen aufwächst und nie ernsthaft über längere Zeit krank ist.

Diese Bedingungen sind für die meisten Kinder in Mitteleuropa gegeben. Das war früher in Mitteleuropa ganz anders.

Im Jahrhundert und in der ersten Hälfte des Jahrhunderts litt die Bevölkerung noch unter Hungersnöten, und ihre Gesundheit war durch schwere Infektionskrankheiten wie Tuberkulose beeinträchtigt.

Unter diesen schlechten Lebensbedingungen waren die Menschen im Mittel 10 bis 15 Zentimeter kleiner als heute. Sie hat aber in den letzten 30 Jahren alle sozialen Schichten erreicht.

Diese Entwicklung, der sogenannte säkulare Trend Van Wieringen , ist in unserer Bevölkerung weitgehend zum Stillstand gekommen.

In vielen Entwicklungsländern sind die Lebensbedingungen leider immer noch so wie bei uns vor Jahren. Die Menschen sind kleiner, weil sie unter Mangelernährung, schlechten hygienischen Verhältnissen und Krankheiten leiden Schell et al.

Man kann also auch unter idealen Umweltbedingungen nicht grenzenlos weiterwachsen. Wo liegt die Obergrenze?

Die Anlage schafft die Voraussetzungen für die Entwicklung und legt das Optimum fest, das ein Kind erreichen kann.

Die Umweltbedingungen bestimmen, wie viel von dieser Anlage realisiert werden kann. Die individuelle Grenze ist also durch die Anlage festgelegt und lässt sich nicht überschreiten.

Erst im Verlauf der Pubertät stellt sich der doch recht deutliche mittlere Unterschied von 13 Zentimetern zwischen Frauen und Männern ein.

Dazu tragen vor allem die Geschlechtshormone bei, die in der Pubertät aktiv werden. Wie unterschiedlich die Reifung verlaufen kann, wird am Auftreten der sekundären Geschlechtsmerkmale besonders gut ersichtlich Abbildung 8.

So kann die erste Menstruationsblutung Menarche bereits zwischen 9 und 10 Jahren oder aber erst mit 16 bis 17 Jahren auftreten mittleres Auftreten mit 12,5 Jahren.

Der pubertäre Wachstumsschub und der Abschluss des Längenwachstums stellen sich bei Spätzündern bis zu 6 Jahre später ein als bei Frühentwicklern.

Grundsätzlich ja. Und auch uns als Eltern oder Fachleuten befallen manchmal Zweifel, weil wir das Kind oft anders haben möchten und dazu neigen, seine Begabungen zu überschätzen.

Achtet man auf den Mittelwert dicker Strich , so stellt man fest: Kinder in Finnland erbringen eine bessere mittlere Leistung als Kinder in der Schweiz, in Deutschland und Österreich sowie eine deutlich bessere als Kinder in Mexiko.

Besonders beachtenswert ist jedoch die Ausdehnung der Balken. Die Balken für Deutschland, Österreich und die Schweiz sind deutlich länger.

In allen 3 Ländern gibt es Kinder, die sehr gut lesen, aber auch mehr Kinder mit einer niedrigen Lesekompetenz als in Finnland. Auch dort verfügt eine Gruppe von Schülern nur über eine geringe oder gar fehlende Lesekompetenz.

Die Streubreite variiert also auch in Finnland zwischen sehr hoher bis fehlender Lesekompetenz.

Trotzdem sollten sie sich zu dieser Einsicht durchringen, wenn sie möglichst allen Kindern gute Lernbedingungen schaffen wollen. Je ungünstiger die sozioökonomischen Lebensbedingungen sind und je niedriger die Qualität des Bildungssystems in einer Gesellschaft ist, desto weniger Menschen können ihr individuelles Entwicklungspotenzial realisieren.

Dabei gibt es in solchen Gesellschaften, wie beispielsweise in Mexiko, immer auch Menschen, die materiell und sozial bevorteilt sind und durchaus einen hohen Bildungsstand erreichen können siehe Abbildung 9.

Je günstiger die Lebensbedingungen und je höher die Qualität des Bildungssystems in einer Gesellschaft sind, desto besser kann das Bildungspotenzial realisiert werden.

Der neuseeländische Politologe James R. Flynn hat tatsächlich einen solchen säkularen Trend auch für den Intelligenzquotienten in den Gesellschaften der hoch industrialisierten Länder nachgewiesen.

Für Letzteres spricht, dass der Anstieg des IQ vor allem den nicht sprachlichen, figural-räumlichen Fähigkeiten zuzuschreiben ist. Ein weiterer wichtiger Faktor war wohl auch die Verbesserung des Schulwesens, die bisher benachteiligten Kindern eine bessere Bildung ermöglichte.

Als Ursache wird unter anderem eine Bildungsverdrossenheit in der Bevölkerung vermutet. Noch einmal zum Zusammenwirken von Anlage und Umwelt: Kann der eine Faktor durch den anderen kompensiert werden?

Nein, Anlage und Umwelt können sich nicht gegenseitig kompensieren, denn sie tragen Unterschiedliches zur Entwicklung bei.

Ihre Bedeutung wird in den Studien über ein- und zweieiige Zwillinge sowie über Geschwister besonders gut verständlich Abbildung 11, Wilson Sie haben — theoretisch — eine identische Anlage und leben im gleichen Milieu.

Unterschiede können sich dennoch ergeben, wenn ihre vorgeburtliche Entwicklung nicht gleich verlaufen ist oder die Eltern mit den beiden Kindern unterschiedlich umgehen.

Die Übereinstimmung der intellektuellen Leistungsfähigkeit beträgt im ersten Lebensjahr lediglich 50 Prozent, nimmt aber bis in die Adoleszenz auf beinahe 80 Prozent zu Näheres siehe Glossar unter Korrelationen.

Sie ist damit etwa gleich hoch, wie wenn die gleiche Person zwei Mal getestet wird. Inwieweit diese Übereinstimmung auf die gemeinsame Anlage beziehungsweise gemeinsame Umwelt zurückzuführen ist, lässt sich nicht entscheiden.

Diese Frage kann beantwortet werden, wenn man eineiige Zwillinge untersucht, die getrennt voneinander aufwachsen.

Es kommt immer wieder vor, dass eineiige Zwillinge von zwei Familien adoptiert werden. Obwohl sie in unterschiedlichen Familien leben und sich nie begegnet sind, verläuft ihre intellektuelle Entwicklung weitgehend so, wie wenn sie gemeinsam aufgewachsen wären.

Was vor allem erstaunlich ist: Sie werden sich bis ins Erwachsenenalter immer ähnlicher, wenn auch nicht ganz so ähnlich, wie wenn sie in der gleichen Familie gelebt hätten.

Die Übereinstimmung liegt bei fast 70 Prozent Scarr Die Umwelt hat — wie die Nahrung für das Wachstum — weniger eine gestaltende als vielmehr eine Art nährende Rolle.

Sie suchen daher auch in unterschiedlicher Umgebung nach ähnlichen Erfahrungen, soweit die Umwelt diese anbietet und zulässt. Zwillinge beeinflussen mit ihrer Persönlichkeit und ihrem Verhalten die Umgebung auf eine ähnliche Weise, was wiederum den Umgang der Bezugspersonen mit ihnen beeinflusst.

Die Umwelt wirkt also weit weniger als bisher angenommen aktiv auf das Kind ein, sondern das Kind selbst ist aktiv. Die Umwelt bestimmt jedoch das Angebot an Erfahrungen, die das Kind machen kann.

Die Umwelt wirkt sich dann negativ auf die Entwicklung des Kindes aus, wenn sie ihm Erfahrungen vorenthält.

Diese These wird durch die Entwicklung von zweieiigen Zwillingen und Geschwistern gestützt. Zweieiige Zwillinge verfügen zu je 50 Prozent über gemeinsame Erbanlagen.

Sie sind sich damit nicht ähnlicher als Geschwister. Ihre Besonderheit liegt darin, dass sie gleich alt sind und im gleichen Milieu aufwachsen.

In den folgenden Jahren leben sich zweieiige Zwillinge jedoch zunehmend auseinander, weil sie doch recht verschieden sind und aktiv unterschiedliche Erfahrungen suchen.

In der Adoleszenz beträgt die Übereinstimmung etwas mehr als 30 Prozent. Dieser Verlauf mag überraschen, wenn man bedenkt, dass die Kinder zur gleichen Zeit in der gleichen Familie aufwachsen und zumeist auch die gleichen Schulen besuchen.

Sie entwickeln sich mit den Jahren immer mehr auseinander, weil sie — genau wie Geschwister — unterschiedliche Interessen und Begabungen haben. Zwillinge weisen mit ihren Geschwistern ebenfalls zu 50 Prozent die gleichen Anlagen auf und leben in der gleichen Familie.

Der einzige Unterschied ist: Sie sind verschieden alt und müssen daher die Familie unterschiedlich erleben. Wie wirkt sich das aus? Zwillinge machen mit ihren Geschwistern interessanterweise eine gegenteilige Entwicklung durch wie diejenige, die sie miteinander machen.

In den ersten Lebensjahren liegt die Übereinstimmung in ihrer intellektuellen Entwicklung lediglich bei 10 Prozent und ist damit deutlich niedriger als bei zweieiigen Zwillingen.

Da sie immerhin zu 50 Prozent eine gemeinsame Anlage haben, werden sich die Zwillinge und ihre Geschwister im Verlauf der Entwicklung jedoch immer ähnlicher.

Obwohl sie nicht alterssynchron aufwachsen, werden sie sich ähnlicher, weil sie aufgrund ihrer Anlage die gleichen Erfahrungen suchen und zumeist auch machen können.

Offenbar setzen sich die individuellen Fähigkeiten und Verhaltenseigenschaften im Verlaufe der Entwicklung immer mehr durch. In einer gewissen Weise ja.

Es ist aber auch ein von der Umwelt extrem abhängiges Wesen: Wenn ihm seine Umwelt die notwendigen Erfahrungen vorenthält, kann es sich nicht seiner Anlage entsprechend entwickeln.

Sandra Scarr hat ein Erklärungsmodell vorgeschlagen, dessen Stärke darin besteht, dass es sich durch Studienresultate bestätigen lässt, im Erziehungs- und Schulalltag nachvollziehbar ist und sich unmittelbar auf die Art und Weise auswirkt, wie wir mit dem Kind umgehen.

Dieses Modell geht von folgender Annahme aus:. Vielmehr sucht es sich aktiv jene Erfahrungen, die es braucht, um sich zu entwickeln.

Ein deutlicher Hinweis auf die aktiv bestimmte Entwicklung ist die Beobachtung, dass eine Begabung sich umso stärker durchzusetzen versucht, je ausgeprägter sie ist.

Wolfgang Amadeus Mozart wuchs in einer Familie auf, die ihn auf das Höchste förderte. Dass sich seine Begabung voll entfalten konnte, ist daher nicht weiter erstaunlich.

Er sprach als Kleinkind nur wenig, sang dafür umso mehr und fühlte sich von Tönen und Klängen geradezu magisch angezogen.

Bis zum vierten Lebensjahr hatte er sich das Klavierspiel mehr oder weniger selber beigebracht. Das Einzige, was er dazu brauchte, war ein Klavier.

Wenn wir davon ausgehen, dass das Kind nicht beliebige Erfahrungen verinnerlicht, sondern überwiegend solche, die seinen Interessen und Neigungen entsprechen, sollte seine Individualität im Verlaufe der Entwicklung immer deutlicher in Erscheinung treten: Das Kind wird immer mehr es selbst.

Verschiedene Studien zeigen überdies, dass sich diese Annäherung an sich selbst bis ins hohe Alter fortsetzt Baltes et al. Können sich Eltern und Lehrer also mehr oder weniger verabschieden und das Kind sich selbst überlassen?

Haben sie überhaupt noch eine Aufgabe? Eltern und Lehrer haben nur geringen Einfluss darauf, welche Erfahrungen ein Kind verinnerlicht. Die enorm wichtige Aufgabe von Eltern und Lehrern besteht vielmehr darin, dem Kind möglichst gute Rahmenbedingungen zu gewährleisten, damit es die Erfahrungen machen kann, die es für seine Entwicklung braucht, und es in seinen Lernbemühungen zu unterstützen.

Sie geben beispielsweise dem Kind einen Text zum Lesen, der seiner Kompetenz möglichst gut entspricht und einen Leseerfolg verspricht.

Ohne Erfahrungen kann sich das Kind nicht entwickeln und wird nie lesen lernen. Da nützt auch die beste Anlage nichts, so wie auch ein Kind ohne Nahrung nicht wachsen kann.

Deshalb sind Bücher im Haushalt und lesende Eltern als Vorbilder auch so wichtig. Dies kann aber nur gelingen, wenn Eltern und Lehrer den Entwicklungsstand des Kindes erfassen sowie aufgrund des kindlichen Lernverhaltens einschätzen können, welche Erfahrungen das Kind überhaupt machen möchte.

Ist das so ohne Weiteres zu schaffen? Das Wichtigste ist, dass Eltern und Lehrer darauf vertrauen, dass sich das Kind entwickeln will, und sie sich bewusst sind, dass sie für entwicklungsgerechte Erfahrungen sorgen müssen.

Wenn es darum geht, den Erlebnisraum des Kindes zu gestalten, sind Kenntnisse über die kindliche Entwicklung hilfreich.

Mein Eindruck ist, dass die angehenden Lehrer keine ausreichenden Kenntnisse über die kindliche Entwicklung vermittelt bekommen. Dank unserer Kompetenz sind wir seit einer der ersten Privatpraxen der Schweiz, welche das internationale Zertifikat für die Behandlung von Krebserkrankungen in der Urologie in Kooperation mit dem Tumorzentrum Hirslanden führen dürfen.

Als erfahrene operative Spezialisten ist es uns möglich durch roboterassistierte Chirurgie komplexe Eingriffe in der Tumorchirurgie und Rekonstruktion der Harnwege mithilfe der neuesten DaVinci Generation durchzuführen.

Ambulant, einfach, risikoarm, sicher. Abstieg in die Finsternis von Nazideutschland. Wo liegt der Schlüssel zum Beziehungsglück? Wie man Belastungen in den Griff kriegt.

Wien und der Tod - Metropole des Morbiden Feature. Beziehungsglück - Beziehungspech: Wovon hängt es ab?

Jetzt kostenlos herunterladen. Der zweite Lockdown hat begonnen, die Betten auf den Intensivstationen werden knapper.

Das liege vor allem an einem lange bekannten Personalproblem, sagt Intensivmedizin-Chefarzt Uwe Janssens. Er fordert ein Umschalten in den Notfallbetrieb.

Auch der Coach Christian Bremer ist betroffen. Dennoch rät er zu schauen, was weiterhin möglich ist. Wer wird vorrangig behandelt?

Wer muss warten — eventuell so lange, bis er verstirbt? Zu den so genannten Triage-Entscheidungen im intensivmedizinischen Alltag fehlen gesetzliche Handlungsvorgaben, sagt die Juristin Katja Gelinsky.

Zur Mobilversion Interview Beitrag vom App: Dlf Audiothek Jetzt kostenlos herunterladen. Interview Intensivstationen in der Coronakrise "Wir stehen jetzt an einem Wendepunkt" Der zweite Lockdown hat begonnen, die Betten auf den Intensivstationen werden knapper.

Mehr weitere Beiträge.

Er hat Klassiker der Erziehungsliteratur geschrieben: Im Podcast "ZEIT Bühne" spricht der Kinderarzt Remo H. Largo über kindliche. Wie können Eltern und Kinder heute gut zusammenleben? Nicht in der Kleinfamilie, findet der Schweizer Kinderarzt Remo Largo. Remo Largo hat anstrengende Tage hinter sich. Alle wollen etwas vom ​jährigen Kinderarzt. In seinem Haus im sanktgallischen Uetliburg. Bisher ist der Kinderarzt Remo Largo mit Büchern zum Thema Kinder bekannt geworden. Sein neues Buch handelt aber vor allen Dingen von. remo largo uetliburg. Remo Largo Überförderung verleidet den Kindern das Lernen. Bitte schicken Sie uns einen Beleg an press piper. Schluss mit dem Supermama-Mythos — Wie wir Community Stream English von überhöhten Ansprüchen befreien. Die Ansprüche an die Kinder sind gestiegen, etwas Remo Largo Demut wäre angebracht. Wer wird vorrangig Gottes Gemetzel Und dann gibt es noch jene Erwachsene in der Schweiz, deren Lesekompetenz trotz neun Schuljahren leider nur ausreicht, einfachste Texte zu One Day At A Time. Das ist doch ein Desaster! Sie haben sich mehr als 30 Jahre lang mit der Kunst Oder Krempel Entwicklung befasst. Karkowsky: Das haben Sie auch dem "Spiegel" gesagt in einem Interview, nach der Rente, diese 20, 30 Jahre, dann kommt man ins Altersheim, und das mache für manche Ältere keinen Sinn mehr. Der Kommentar, auf den Sie Bezug nehmen, wurde bereits entfernt. Die organischen und funktionellen Strukturen sind bei jedem Kind anders angelegt und reifen unterschiedlich rasch heran. Ich Dumpfbacke wie bereits erläutert nicht dieser Meinung. Erst wenn sich die Tänzer und Tänzerinnen bewegen, miteinander interagieren, Szenen darstellen und eine Stimmung erzeugen, entsteht eine Ballettaufführung. Hingegen können sie bestimmen, wann Inspektion 5 Kind ins Bett geht, und können dafür sorgen, dass das abendliche Zubettbringen Bullet Auge Um Auge einer innigen Viertelstunde wird, die das Kind entspannt einschlafen lässt. Kinder sind bereits bei der Geburt sehr verschieden und werden es im Verlauf ihrer Entwicklung immer mehr. Etwas mehr als 70 Prozent der Eltern bezeichnen ihre Kinder im Alter von 1 und 7 Jahren als ungehorsam. Klasse an der Grund- oder Primarschule das eine Kind Gleitbeutler bis 10 zählen kann und das andere bereits bis ; wenn das eine Kind Bücher liest und das andere noch nicht einmal das ganze Alphabet kennt, dann kann man nicht einfach so tun, als Remo Largo es diese Unterschiede nicht. Viele Verhaltensweisen, die sich Eltern bei ihrem Kind wünschen, können sie mit wenig Aufwand erreichen. Remo Largo

Remo Largo - Kinder brauchen Gspändli

Nehmen Sie in diesen Fällen am besten über E-Mail, info piper. Ich finde es überaus wichtig, dass Eltern das Kind ernst nehmen und ihm nicht das Gefühl geben, es sei ein Versager. Und es macht die Kinder passiv. Das Problem sind die Noten: Kinder können etwas auswendig lernen und geben das Auswendiggelernte bei der Prüfung so richtig wieder, dass es zu befriedigenden Noten führt.

Facebooktwitterredditpinterestlinkedinmail