
Alte Jungfer Navigationsmenü
Der Begriff Jungfer stand ursprünglich für eine junge Adlige, analog zum Junker, dem „jungen Herrn“ (also Adligen). Der Begriff spaltete sich aber dann zur. Die alte Jungfer (Film) – Wikipedia. eine alte Jungfer werden, bleiben. eine betagte, empfindliche Jungfer. bildlich. Beispiel: Botanik Jungfer im Grünen (= Zierpflanze mit bläulichweißen Blüten, die. Many translated example sentences containing "alte Jungfer" – English-German dictionary and search engine for English translations. Die alte Jungfer. Honoré de Balzac () war ein französischer Schriftsteller und zählt zu den Größten der europäischen Literatur. Sein. [32] Eine alte Jungfer. . Neulich begegnete sie mir wieder, die ich einst unter andern Verhältnissen gekannt hatte. Damals war sie jung, schön. Eine Studie stellt fest: Die „alte Jungfer“ ist nicht nur aus dem Wortschatz verschwunden, sondern auch aus der Realität – was ein unerwartet.

Am Morgen, wenn Josette das Bett ihrer Herrin drunter und drüber fand, hatte sie ihre Würde wiedergewonnen; am Morgen nach dem Frühstück wollte sie einen Mann von vierzig Jahren, einen tüchtigen, guterhaltenen Grundbesitzer, der noch für jung gelten konnte.
Dieser Biedermann, der ungefähr siebzig Jahre zählte, schrieb das Unheil der Französischen Revolution einer Absicht der Vorsehung zu, die in ihrem Zorneseifer die zügellose Kirche treffen wollte.
Mademoiselle Cormon, die gewohnt war, ihren Onkel zu respektieren, wagte nicht, ihn in die Wünsche nach einer Änderung ihres Zustandes einzuweihen.
Der wackere Mann, der seinerseits an den Gang der Dinge im Hause gewöhnt war, hätte übrigens an der Einführung eines Herrn in den Haushalt wenig Gefallen gefunden.
Er sprach wenig und schwieg auf eine liebenswürdige, wohlwollende Art. Diese beiden majestätischen Überbleibsel des Adels und des Klerus erkannten sich, obwohl ihre Sitten so verschieden waren, an ihren allgemeinen Zügen.
Nichts von alledem! Trotz der inständigen Vorstellungen dieser beiden Künstlerinnen sträubte sich Mademoiselle Cormon gegen die Täuschungskünste der Eleganz.
Mache sich, wer will, über das arme Ding lustig! Der Glaube, die Frömmigkeit lassen diese Spitzfindigkeiten nicht zu.
Die Frömmigkeit verursacht eine Krankheit des moralischen Sehorgans. Mit einem Wort: Die frommen Frauen sind in vielen Punkten dumm. Das eine ist ein soziales Element, das unendlich viel verbreiteter ist als das andere.
Mademoiselle Cormon sündigte also in den Augen der Welt durch die himmlische Unwissenheit der Jungfrauen. Sie hatte gar keine Beobachtungsgabe, und ihr Benehmen gegen ihre Bewerber bewies dies zur Genüge.
Selbst ein junges Mädchen von sechzehn Jahren, das noch keinen Blick in einen Roman getan hätte, würde in den Blicken von Athanase hundert Liebeskapitel gelesen haben.
Mademoiselle Cormon aber sah rein nichts darin und erkannte auch an dem Zittern seiner Stimme nicht die Kraft eines Gefühls, das sich nicht hervorwagte.
Da sie selbst voller Scham war, erriet sie die Scham des andern nicht. Sie, die ehemals zu ihrem Verderben dazu fähig war, Verfeinerungen der Empfindsamkeit zu ersinnen, bemerkte diese bei Athanase nicht.
Eine gefühlvolle Frau kann sehr dumm sein. Kurzum, eine fromme Christin kann eine sehr schöne Seele haben und taub sein für die Töne, die aus einer schönen Seele neben ihr kommen.
Diejenigen, die wegen ihrer guten Eigenschaften, manche auch wegen ihrer Fehler, Sympathien für sie hatten, machten sich über ihre verfehlten Heiraten lustig.
Man unterhielt sich oft darüber, was aus ihrem Reichtum, ihren Ersparnissen und der Hinterlassenschaft des Onkels werden solle.
In der Provinz ist es nicht erlaubt, ein Original zu sein. Trotz ihrer achtzehntausend Livres Rente an Grund und Boden, ein für die Provinz ansehnliches Vermögen, richtete sie sich doch nach den weniger reichen Häusern.
Mademoiselle hing daran, sie benutzte sie seit zwölf Jahren, was sie übrigens mit der Siegesfreude eines Menschen zu erwähnen pflegte, der auf seinen Geiz stolz ist.
Der eleganteste Wagen hätte sie übrigens wie die alte Halbkutsche auch nirgends anders hingebracht als nach Le Prebaudet.
Und die Provinz, die immer nur den Zweck im Auge hat, kümmert sich nicht um die Schönheit der Mittel; sie müssen nur wirksam sein.
Jacquelin, ein Mann von vierzig Jahren, kurz und dick, mit dunkelrotem braungebrannten Gesicht, wie ein bretonischer Matrose, diente dem Hause seit zweiundzwanzig Jahren.
So sparten diese beiden armen Leutchen ihren Lohn zusammen und liebten sich in aller Stille; sie warteten und hofften auf die Heirat Mademoiselles, wie die Juden den Messias erwarten.
Eine besondere Erwähnung gebührt auch noch der alten rotbraunen normannischen Stute, die Mademoiselle Cormon auf ihr Landgut Le Prebaudet zog, denn alle fünf Bewohner dieses Hauses hatten für das Tier eine närrische Liebe.
Penelope hatte Mademoiselle daran gehindert, sich Zeisige, Katzen und Hunde anzuschaffen, dieses Surrogat einer Familie, das sich fast alle Wesen, die inmitten der Gesellschaft einsam sind, zulegen.
Aber sie sagten, sie seien früher besser daran gewesen. Da sie ihre Sorge keinem Mann und keinen Kindern angedeihen lassen konnte, verlegte sie sich auf Kleinigkeiten.
Sie sprach stundenlang über die unbedeutendsten Dinge, über ein Dutzend mit Z gezeichnete Servietten, die sie vor die mit O bezeichneten gelegt gefunden hatte.
Mademoiselle fragte acht Tage lang, ob Penelope um zwei Uhr ihr Futter bekommen habe, weil sich Jacquelin ein einziges Mal verspätet hatte.
Ihre geringe Phantasie erging sich in Nichtigkeiten. Alles wäre anders geworden! Am Abend erfuhr dies Unglück die ganze Stadt.
Ohne es zu wissen, war Mademoiselle Cormon sehr zufrieden über diese kleinen Vorkommnisse, denn sie dienten als Ventil für ihre verhaltene Bitterkeit.
Der Geist hat seine Ansprüche; er bedarf wie der Körper einer Gymnastik. Diese wechselhaften Launen wurden von Josette und Jacquelin hingenommen wie die Schwankungen der Witterung vom Landmann.
Manchmal fragten sie sich des Morgens in der Küche, wenn sie aufgestanden waren, welche Laune Mademoiselle wohl heute haben würde, so wie ein Landmann nach den Nebeln des Frührots sieht.
Der geringsten Störung in ihrem Verdauungsapparat wurde bei ihrer vollkommenen Gesundheit eine erschreckende Wichtigkeit beigelegt.
Sie stand übrigens in medizinischen Dingen noch ganz unter der Zuchtrute unserer Voreltern und nahm viermal im Jahr zur Vorsicht eine Medizin ein, an der Penelope krepiert wäre, die sie aber erfrischte.
Wenn Josette beim Auskleiden auf der noch atlasweichen Schulter von Mademoiselle ein Pickelchen fand, so gab dies zu minutiösen Nachforschungen über alle Nahrungssäfte der Woche Veranlassung.
Wenn der kreisförmige Haufen der abgefallenen Blüten wie eine Schneeschicht aussieht, kann der Besitzer auf eine reichliche Mosternte rechnen. Zur selben Zeit, da Mademoiselle Cormon derart ihre Fässer eichte, wachte sie auch über die Reparaturen, die der Winter nötig gemacht hatte, ordnete die Bestellung ihres Gemüse- und Obstgartens an, aus denen sie dann reichliche Vorräte zog.
Jede Jahreszeit hatte ihre besonderen Angelegenheiten. Vor ihrer Abreise gab Mademoiselle Cormon ihren Getreuen ein Abschiedsdiner, obwohl sie sie nach drei Wochen wiedersah.
Ihre Stammgäste, die mit einem Besuch im Rückstand waren, kamen dann zu ihr. Ihr Empfangssalon war voll; jeder wünschte ihr eine gute Reise, als ob sie sich hätte nach Kalkutta einschiffen wollen.
Am nächsten Morgen standen dann die Handelsleute auf der Schwelle ihrer Läden. Sie hat ihm einen Korb gegeben!
Der von Suzanne zu ihrem Skandal gewählte Mittwoch war durch Zufall just der Abschiedsmittwoch, ein Tag, an dem Mademoiselle Cormon Josette mit dem Gepäck zusetzte, das mitgenommen werden sollte.
Madame Granson hatte in zehn Häusern Alarm geschlagen, während das alte Mädchen über das beriet, was sie für alle Fälle auf ihrer Reise mitzunehmen hatte, und der boshafte Chevalier de Valois bei Mademoiselle Armanda d'Esgrignon, der Schwester des alten Marquis d'Esgrignon und Königin des aristokratischen Salons, eine Partie Pikett spielte.
Wenn es für niemand gleichgültig war, zu sehen, was für ein Gesicht der Verführer am Abend machen würde, so war es für den Chevalier und Madame Granson wichtig, zu wissen, wie Mademoiselle Cormon in ihrer doppelten Eigenschaft als mannbares Mädchen und als Vorsitzende des Mütterfürsorgevereins die Neuigkeit aufnehmen würde.
Dieser Verdacht bestärkte ihn noch in seinen Grundsätzen bezüglich der Frauen. Ihr Begehren wurde wieder aufgefrischt, wie sie ihren Körper aufgefrischt hatte; sie betrachtete sich in ihrem doppelten Staat mit einem gewissen Rauschgefühl, und diese Befriedigung hielt an, während sie hinunterging und den Salon, das Kabinett und das Boudoir mit einem gefürchteten Blick streifte.
Während dieser Stunden der Erwartung suchte sie den guten Alten immer durch ein paar ungereimte Fragen in ein Gespräch zu ziehen, das dazu bestimmt war, ihn aufzuheitern.
Sie fragte zum Beispiel, was die Regierung mit den Steuern mache, die sie schon seit so langer Zeit empfinge; warum die Bibel nicht zur Zeit Jesu Christi gedruckt worden sei, da sie doch von Moses stamme.
Bei solchen Gelegenheiten kam der heroische Chevalier de Valois, wenn er das Lächeln sah, das unbarmherzige Halbwisser austauschten, dem alten Mädchen mit allen Kräften seiner geistreichen Diplomatie zu Hilfe.
Der Chevalier zog das Gelächter auf sich. Die Anwesenden horchten auf. Das arme Mädchen, welches gehofft hatte, ihren Onkel durch einen Beweisgrund ad omnipotentem in ein Gespräch über die Ehe hineinzuziehen, war ganz verdutzt; aber die Frauen von schwachem Verstand befolgen die schreckliche Logik der Kinder, die darin besteht, von der Antwort zur Frage zu gehen, eine Logik, die oft in Verlegenheit bringt.
Es liegt eine Ungerechtigkeit in der Verteilung der Rollen. Ein solches Wort brachte ein Lächeln der Befriedigung auf die Lippen des armen Mädchens und bestärkte sie in der guten Meinung, die sie von sich zu haben anfing.
In diesem Augenblick wurde die Unterhaltung durch das allmähliche Erscheinen der Gäste unterbrochen. An solchen Galatagen kam es immer zu kleinen Vertraulichkeiten zwischen dem Dienstpersonal und den eingeladenen Personen.
Das macht ihn saftiger! Du Bousquier war nicht eingeladen. Mademoiselle Cormon blieb dem System, das man kennt, treu und behandelte diesen Fünfzigjährigen, für den sie unerklärliche, in den tiefsten Falten ihres Herzens verborgene Gefühle hegte, schlecht.
Ihre von ihren Vorstellungen erregte Einbildungskraft beschäftigte sich mit Du Bousquier. Ohne Zweifel waren die Mägen schon sehr ungeduldig, denn beim Anblick des Vorstehers des Hypothekenamts, eines der liebenswürdigsten Männer der Stadt, der nur den Fehler hatte, ihres Vermögens wegen eine unausstehliche alte Person geheiratet zu haben und Witze zu machen, über die er immer zuerst lachte, erhob sich das beifällige Gemurmel, mit dem die zuletzt Gekommenen in solchen Fällen stets empfangen werden.
Der Moment zur Unterhaltung über dieses seltsame Abenteuer war noch nicht gekommen, es überlegte sich noch jeder, was er zu sagen habe.
War es die Lust, das Konzert zu beginnen? Dieser Blitz erhellte ihm mit einem Male die ganze Vergangenheit. Das habe ich dumm angefangen!
Monsieur de Valois näherte sich Mademoiselle Cormon und reichte ihr den Arm, um sie in den Speisesaal zu führen.
Die von dem Chevalier im Punkte der Ehe geheuchelte Gleichgültigkeit und besonders seine vorgebliche Sittenreinheit in einem Hause, das voller Grisetten war, taten ihm ganz gegen seine Voraussicht enormen Abbruch.
Dieser Edelmann, der in der Sache der Lebensrente so richtig gesehen hatte, täuschte sich in diesem Punkt. Aber, welche Aufgabe ist geziemender für die tugendhafte Frau, als, gleich der Kohle, die trüben Wasser des Lasters zu reinigen?
Du Bousquier war auf geheimnisvolle Weise damit verquickt. Nun die zweite Angelegenheit. Die Seiden Du Bousquiers kannten nicht ihren Mahomet, aber sie waren nur um so eifriger, da sie ihren eigenen Einfall zu verteidigen glaubten.
Athanase war einer der glühendsten Verfechter der Erbauung eines Theatersaals, und seit einigen Tagen warb er für die Sache, die alle jungen Leute zu der ihrigen gemacht hatten, Anhänger in den Büros des Rathauses.
Er ist schon nicht sehr religiös, er hält zu dem konstitutionellen Priester; aber das wäre noch nicht schlimm. Weit gefährlicher ist dies: Stürzt er sich nicht besinnungslos in die Opposition, ohne zu wissen, welche Folgen sein gegenwärtiges Betragen für die Zukunft haben wird?
Mein Kompliment dem Chevalier de Valois! Sehen Sie, wie bleich und abgezehrt er ist? Mit Lesen, Schreiben. Wie soll ein junger Mann aussehen, der in der Nacht schreibt?
Ihre Lehrer hatten nicht so viel Religion wie die Heiden. Und man steckte die armen Jungen in Uniform, gerade wie Soldaten.
Wie lächerlich! Der da schlägt die Augen nieder, wenn er Sie sieht. Mir ist bange um den jungen Mann, weil er mich interessiert.
Sagen Sie ihm, er soll nicht mit den Bonapartisten für diesen Theaterbau gemeinsame Sache machen. Wenn diese jungen Leute es nicht auf dem Wege des Aufstandes, denn das ist für mich gleichbedeutend mit konstitutionell, verlangen, wird die Regierung es schon bauen.
Und wovon sollten dann er und seine Mutter leben? Das macht einen schaudern! Ist nicht die Tugend, die die Intelligenz tötet, ein Laster?
Aber welche entzückende Frau! Welche Prinzipien! Welche Unwissenheit! Die alte Jungfer winkte dem Chevalier mit einem Blick. Jedoch der galante Vorsteher des Hypothekenamts, der anfing, im Benehmen des Chevalier die Schranke zu sehen, die in dieser Zeit die Provinzadligen zwischen sich und dem Bürgertum errichteten, freute sich, ihm den Rang abzulaufen; er stand neben Mademoiselle Cormon, rundete seinen Arm, um ihn ihr zu reichen, und sie war genötigt, ihn anzunehmen.
Der Chevalier stürzte sich aus Diplomatie auf Madame Granson. Dieses Betragen kann ihn um den Posten im Rathaus bringen.
Sie wissen, wie sorgfältig die Regierung des Königs aussiebte! Wo will Ihr Sohn, wenn man ihn wegschickt, eine Stellung finden?
Sie haben recht, mein Sohn wird von einer bösen Clique verführt, und ich werde ihn darüber aufklären. Hierin sah der Chevalier klar. So war also diese anscheinend so friedliche Gesellschaft innerlich ebenso erregt wie die diplomatischen Kreise, wo die List, die Gewandtheit, die Leidenschaften, die Interessen sich um die ernstesten Fragen von Reich zu Reich drehen.
Nur die jungen Männer der Provinz sind gewöhnt, Leuten eines gewissen Alters gegenüber eine respektvolle Haltung zu bewahren und ihnen weder entgegenzutreten, noch ihnen heftig zu widersprechen.
Mademoiselle Cormon, auf den Erfolg ihrer eigenen Enten eifersüchtig, wollte Du Bousquier, den man als einen gefährlichen Ränkeschmied hinstellte und den man zu allem fähig hielt, in Schutz nehmen.
Unter den gegenwärtigen Umständen hatte dies Wort eine überwältigende Wirkung. Du Bousquier wurde als unverehelichter Vater Gigogne geschildert, als ein Ungeheuer, das seit fünfzehn Jahren das Findelhaus ganz allein versorgte; endlich lag seine Sittenverderbtheit klar auf der Hand, ein würdiges Seitenstück zu seinen Pariser Saturnalien usw.
Unter der Anführung des Chevaliers de Valois, des geschicktesten Dirigenten für solche Orchester, wurde die Ouvertüre dieses Klatsches prachtvoll.
Obwohl ich bei Madame Lardot wohne, kenne ich diese kleinen Mädchen nur vom Sehen. Im übrigen hat Suzanne den Adel der Schönheit; von diesem Gesichtspunkt wäre diese Heirat also eine Mesalliance für sie.
Und abermals forderte ihre Bemerkung einen Heiterkeitsausbruch ihrer Gäste heraus. Beim Dessert war wiederum die Rede von Du Bousquier, der zu allerlei lustigen Einfällen, die der Wein noch befeuerte, Veranlassung gab.
Du Bousquier erschien also, als die Gesellschaft eben aus dem Speisesaal kam, um in dem Salon, wohin schon einige Leute für den Abend gekommen waren, den Kaffee zu nehmen, in einer sehr unternehmenden und ein wenig geckenhaften Haltung.
Mademoiselle Cormon wagte in ihrer Verschämtheit den schrecklichen Verführer nicht anzublicken; sie hatte sich Athanases bemächtigt, dem sie eine Moralpredigt hielt und die schrecklichsten Gemeinplätze royalistischer Politik und religiöser Sittenlehre zum besten gab.
Seine Begierden erzeugten eine Art Rausch in ihm, der die dünne, helle Stimme von Mademoiselle in ein sanftes Gemurmel und ihre flachen Reden in geistvolle Aussprüche verwandelte.
Die Liebe ist ein Falschmünzer, der beständig aus plumpen Soustücken Louisdors und manchmal auch aus Louisdors Soustücke macht. Das Lyzeum ist sein Verhängnis gewesen.
Was für ein Schlag! Ohne es zu wissen, hatte der arme Athanase Gelegenheit gehabt, seine Brandfackel auf die Reiser im Herz des alten Mädchens zu schleudern; hätte er ihr zugehört, so hätte er ihr seine Leidenschaft begreiflich machen können, denn in der Erregtheit, in der sich Mademoiselle Cormon befand, hätte ein einziges Wort genügt; aber jene dumpfe Begierde, die ein Merkmal jugendlicher und wahrer Liebe ist, hatte ihn zugrunde gerichtet, so wie sich manchmal ein lebensvolles Kind aus Unwissenheit den Tod gibt.
Die vier Tische waren bald mit ihren sechzehn Spielern besetzt. Die Herrin des Hauses schien ganz in Gedanken versunken zu sein.
Bin ich nicht Vorsitzende des Mütterfürsorgevereins? Ich will Ihnen zehn Taler holen. Dieser unmoralische, aus dem Herzen kommende Satz verblüffte die Schatzmeisterin des Mütterfürsorgevereins, Du Bousquier war augenscheinlich in der Achtung Mademoiselle Cormons gestiegen.
Wäre es nicht viel mehr seine Sache als die unsere, sich der Kleinen anzunehmen? Sie lernen, scheint's, von Ihrem Sohn lateinische Wörter, die unverständlich sind!
Doch alle Welt würde sagen, Sie haben sich einen Vorrat an Liebesglück zugelegt, damit Ihnen die ehelichen Freuden nie ausgehen; es würde neidische Frauen geben, die sagen, Sie seien verderbt.
Doch was macht das? Sie würden wahrhaftig geliebt werden. Wenn Athanase Ihnen dumm vorkommt, so ist es nur darum, meine Liebe, weil er zu gescheit ist!
Die Extreme berühren sich. Freilich lebt er wie ein junges Mädchen von fünfzehn Jahren; er hat sich nicht im Schlamm von Paris gewälzt.
Nun drehen wir die Sache um, wie mein seliger Mann zu sagen pflegte: es ist dasselbe wie mit Du Bousquier und Suzanne. Sie würde man verleumden, aber über Du Bousquier sagt man alles mit Recht.
Verstehen Sie? Und wenn das Herz bei dieser Sache nicht mitspricht Nach unzähligen Wiederholungen des unendlich variierten Textes vollzog sich der Aufbruch um zehn Uhr, und die Gäste nahmen ihren Weg entlang der Garderobenablage durch das langgestreckte Vorzimmer.
Dann begannen die Gespräche, die auf diesem Wege zu dieser Stunde seit zwanzig Jahren geführt worden waren. Ich fand sie sonderbar.
Haben Sie gesehen, wie er eingeschlafen ist. Morgen wird ein schöner Tag sein. Er verliert niemals. Sie sind nun zu Hause; aber wir müssen noch durch die halbe Stadt.
Manchmal wurde unterwegs eine Unterhaltung über den Most oder den Flachs, immer mit denselben Wendungen und zu den entsprechenden Jahreszeiten geführt.
Seitdem der Präsident du Ronceret auf seinem Posten durch eine neue königliche Institution bestätigt worden war, neigte er zu Du Bousquier. Für die andern war der Lieferant ein gefährlicher Mann von schlechten Sitten, der zu allem fähig war.
In der Provinz wie in Paris gleichen die Männer in exponierter Stellung jener Statue der hübschen allegorischen Erzählung von Addison, um derentwillen sich zwei Ritter, die jeder von einer andern Seite zu dem Scheideweg gelangen, an dem sie sich erhebt, schlagen.
Mademoiselle Cormon wird gegen einen Besuch von Mademoiselle d'Esgrignon, die ihr die Bedeutung und den Glanz dieser Verbindung dartun wird, nicht standhalten können.
Madame Granson hatte nach ihrer Rückkehr eine lebhafte Auseinandersetzung mit ihrem Sohn, der nicht verstehen wollte, was seine Anschauungen mit seiner Liebe zu tun hätten.
Es war der erste Streit, der die Harmonie dieses kleinen Haushalts störte. Am Tage nach ihrer Ankunft in Le Prebaudet war Mademoiselle Cormon um acht Uhr morgens während ihres Frühstücks in aller Ahnungslosigkeit damit beschäftigt, die verschiedenen Berichte ihres Aufsehers und ihres Gärtners entgegenzunehmen, als Jacquelin ins Zimmer stürzte.
Er ist gerannt wie Penelope. Soll man ihm ein Glas Wein geben? Ich will fertig sein, bevor Jacquelin Penelope angespannt hat.
Wenn der Leser begriffen hat, bis zu welchem Grade der krankhafte Wunsch, sich zu verheiraten, in Mademoiselle Cormon gediehen war, wird er ihre Aufregung teilen.
Der Aufseher und der Pächter, die die Erregtheit ihrer Herrin mit ansahen, verhielten sich ruhig und erwarteten ihre Befehle.
Jacquelin wagte es nicht, den gewöhnlich langsamen Trott der gemächlichen Penelope, die, ähnlich der schönen Königin, deren Namen sie trug, ebensoviele Schritte rückwärts als vorwärts zu machen schien, anzutreiben.
Josette kannte die verschiedenen Zweige der Familie Troisville. Oh, das sieht ihm recht ähnlich! Er würde seine Nase vergessen, wenn sie ihm nicht im Gesicht angewachsen wäre!
Jacquelin nahm es am Zügel und schob den Wagen vor die Treppe. Gestern habe ich ihn bei Mademoiselle Armande abgeholt. Hätte er dir nicht sagen können, du sollst auf den Markt gehn?
Geh, Mariette; wirf das Geld nicht hinaus aber spare an nichts, kaufe, was es Gutes, Besonderes und Delikates gibt! Erkundige dich bei der Postwagenhaltestelle, wie man Pasteten herbekommt!
Ich will Krebse aus den Quellbächen, der Brillante. Wieviel Uhr ist es? Die Person, die mein Onkel erwartet, kann jeden Augenblick kommen.
Wenn wir ihm ein Frühstück bereiten sollten, wären wir schön in Verlegenheit. Welche Ideenverbindung mit diesem Wort! Sie schwamm in den seligsten Hoffnungen.
Da ist ja ein Kamin. Moreau wird in seinem Lager schon ein Bett ungefähr vom gleichen Stoff wie. Wenn Moreau es nicht übernimmt, dann lege ich Monsieur de Troisville in das grüne Zimmer, obwohl Monsieur de Troisville da sehr nahe bei mir wäre.
Wenn Monsieur de Troisville mich überrascht! Und mein Onkel ist nicht da, ihn zu empfangen! Komm, Josette, hilf mir beim Ankleiden!
Penelope hier, Penelope da! Ist denn Penelope die Herrin? Als Josette dieses Wort hörte, das ihr wie ein Mord erschien, war sie einen Augenblick sprachlos; dann purzelte sie auf ein Zeichen, das ihre Herrin ihr machte, die Treppe hinunter.
Man besprach dieses merkwürdige Vorkommnis auf dem Korso, auf der Promenade; es beschäftigte die ganze Stadt, selbst Mademoiselle Armande, bei der sich der Chevalier de Valois befand.
Ein Stück weiter weg wurde gesagt, die Karpfen seien teiltet geworden, Mariette habe sich auf den Markt gestürzt und alles ausgeplündert.
Oben in der Rue Saint-Blaise wurde erzählt. Penelope sei krepiert. Dieser Todesfall wurde bei dem Obersteuereinnehmer in Zweifel gezogen. Alle, die das Recht hatten, bei Mademoiselle Cormon aus und ein zu gehn wie bei sich selbst, nahmen sich vor, sie am Abend zu besuchen.
Als sie ihren Salon, ihr Boudoir, das Kabinett, den Speisesaal mit ihren Blicken prüfte, befiel sie eine unbekannte Angst.
Kurzum, es bemächtigte sich ihrer die Furcht, wie sie über die Autoren kommt, die einem anspruchsvollen oder blasierten Kritiker das Werk vorlesen, das sie für vollkommen gehalten haben.
Die Situationen scheinen althergebracht; die vorzüglichsten Wendungen werden hinkend und schief; die Bilder verzerren oder widersprechen sich, das Falsche springt ins Auge.
Wenn diese Antiquitäten einen Widerschein des Alters auf sie würfen? Diese Frage, die sie sich vorlegte, verursachte ihr eine Gänsehaut.
In diesem Augenblick hätte sie den vierten Teil ihres Vermögens hingegeben, wenn sie ihr Haus dadurch im Handumdrehen, mit einem Zauberstab hätte verwandeln können.
Welcher General hat am Vorabend einer Schlacht nicht einen Schauder empfunden? Unser Reichtum käme wenigstens in ein gutes Haus. All ihr Blut war, von der Erwartung aufgepeitscht, in Wallung.
Sie fühlte die Kraft in sich, wenn es erforderlich wäre, mit Monsieur de Troisville ein Gespräch zu führen.
Es ist überflüssig, von dem Eifer zu reden, mit dem sich Josette, Jacquelin, Mariette, Moreau und seine Gesellen betätigten. Es war die Geschäftigkeit von Ameisen, die um ihre Eier bemüht sind.
Alles, was durch tägliche Sorgfalt so sauber war, wurde gescheuert, gebürstet, gewaschen, gebügelt. Das Geschirr, das nur bei festlichen Gelegenheiten gebraucht wurde, kam ans Tageslicht.
Die damastenen, mit A, B, C, D numerierten Servietten wurden aus den Tiefen der Schränke, wo sie in einer dreifachen, mit fürchterlichen Stecknadelreihen versehenen Umhüllung lagen, hervorgeholt.
Mademoiselle opferte drei Flaschen der famosen Liköre von Madame Amphoux, der berühmtesten Destilliererin von jenseits des Meeres, eine Marke, die den Kennern teuer war.
Dank der Opferbereitschaft ihrer Offiziere konnte sich Mademoiselle in den Kampf wagen. Die verschiedenen Waffen, die Möbel, die Küchengeschützwerke, das Rüstzeug der Speisekammer, die Lebensmittel, die Munition, die Reservekorps waren auf der ganzen Linie bereit.
Jacquelin, Mariette und Josette erhielten den Befehl, sich in Gala zu werfen. Der Garten wurde geharkt. Jacquelin, der seine eigene Heirat witterte, hatte das Posthorn in der Rue Saint-Blaise gehört und beide Torflügel geöffnet.
Der Postillion, den er kannte, setzte seinen Stolz darein, gut anzufahren, und hielt gerade vor der Freitreppe.
Er kam in den Schuppen, das Tor wurde geschlossen, und jede Spur von der Ankunft Monsieur de Troisvilles war in wenigen Minuten weggewischt. Zwei chemische Substanzen können sich nicht rascher miteinander verbinden, als das Haus Cormon den Vicomte de Troisville in sich aufnahm.
Monsieur de Troisville, das ist meine Nichte, Mademoiselle Cormon. Der ganze Unterschied, der die gewöhnliche Art von der vornehmen Art trennt, lag zwischen ihnen.
Wenn sie beide zusammen dagewesen wären, hätte selbst der eingefleischteste Liberale nicht die Aristokratie leugnen können.
Die Kraft des Vicomte war von Eleganz geadelt; in seinen Körperformen prägte sich Würde aus; er hatte blaue Augen und schwarze Haare, einen olivfarbenen Teint und konnte nicht älter sein als sechsundvierzig Jahre.
Er war gekleidet wie ein vornehmer Mann auf Reisen. Beide gingen schweigend dahin. Es ist seit dem Jahre in unserer Familie.
Die Abgaben sind hoch hier? Sind das mehrere Wörter? Die Zusammenkünfte der Stadt sind übrigens stets bei mir. Sie werden gleich selbst sehen, denn einige unserer Freunde haben sicher von meiner Rückkehr gehört und werden mich besuchen wollen.
Der Obersteuereinnehmer gibt Bälle, der Präfekt ist ein liebenswürdiger Mann, Monseigneur, der Bischof, beehrt uns manchmal mit seinem Besuch Die Unterhaltung bewegte sich in Allgemeinheiten.
Kraft einer geheimnisvollen, unbekannten und unerklärlichen Macht fand Mademoiselle Cormon, im Drange liebenswert zu erscheinen, in ihrem Hirn alle Redewendungen des Chevaliers de Valois.
Es war wie in einem Duell, in dem der Teufel selbst die Pistole anzulegen schien, Niemals wurde besser auf einen Gegner gezielt. Der Vicomte de Troisville war zu taktvoll, um von der Vortrefflichkeit des Diners zu sprechen.
Doch sein Schweigen war ein Lob. In den köstlichen Weinen,. In der Tat glaubte Mademoiselle Cormon den Vicomte eingefangen zu haben; er lächelte ihr gewinnend zu und knüpfte während dieses Diners festere Bande, als die eifrigsten Freier es in vierzehn Tagen zuwege gebracht hatten.
Es war, als wäre ein teurer Liebhaber in die Häuslichkeit, deren Glück er ausmacht, zurückgekehrt, Mademoiselle erriet den Moment, da der Fremde Brot begehrte.
Sie wollte auf liebliche Art zeigen, wessen sie in der Liebe fähig war! Sie sprach von sich, fischte nach Komplimenten, als ob sie ihre eigene Posaune wäre.
Beim Dessert hörte sie, nicht ohne inneres Entzücken, das Hin und Her im Vorzimmer und die Geräusche im Salon, welche die üblichen Besucher ankündigten.
Sie stellte diesen Eifer ihrem Onkel und dem Vicomte de Troisville als einen Beweis der Zuneigung dar, die man für sie hegte, während es nur die Wirkung der unwiderstehlichen Neugier war, die die Stadt ergriffen hatte.
Alle diese Nebenumstände wurden natürlich von der Gesellschaft, die schon leise ihre Glossen tuschelte, bemerkt. Madame Granson schauderte zusammen.
Ich bin ganz erfroren. Erklärlicherweise fanden sich der Vicomte und der Chevalier, diese beiden aristokratischen Naturen, sofort; sie erkannten sich gegenseitig als der gleichen Sphäre angehörig und blieben plaudernd vor dem Kamin stehen.
Ein Kreis bildete sich um sie, und man lauschte ihrer Unterhaltung, obwohl sotto voce geführt, mit andächtigem Schweigen.
Um sich die Wirkung dieser Szene ausmalen zu können, stelle man sich Mademoiselle Cormon vor, wie sie, mit dem Rücken gegen den Kamin gekehrt, damit beschäftigt ist, den Kaffee ihres vermeintlichen Zukünftigen zu bereiten.
Mademoiselle Cormon sank, wie vom Blitz getroffen, um. Du Bousquier, der sie taumeln sah, stürzte auf sie zu, fing sie in seinen Armen auf, und man öffnete die Tür, damit er unbehindert mit seiner Riesenlast hindurchgehen konnte.
Der ungestüme Republikaner, von Josette beraten, fand die Kraft, die alte Jungfer in ihr Zimmer zu tragen, wo er sie aufs Bett niederlegte.
Du Bousquier sprengte ihr ohne viel Federlesens Wasser ins Gesicht und auf die Brust, die wie die über die Ufer getretene Loire herausquoll.
Du Bousquier zog sich zurück, und nach ihm traten sechs Frauen, unter Anführung von Madame Granson, die vor Freude strahlte, ins Zimmer.
Und was hatte inzwischen der Chevalier de Valois getan? Er deckte treu seinem System den Rückzug. Das macht der Frühling.
Der treue Diener machte die Enttäuschung seiner Herrin zu seiner eigenen; er handelte in ihrem Sinne und trug die Liköre der Madame Amphoux, die dem Junggesellen und nicht dem Ehemann einer Russin angeboten worden waren, hinweg.
All diese kleinen Einzelheiten wurden bemerkt und erweckten Heiterkeit. Was den Vicomte angeht, so war er mit dem Zweck seiner Reise beschäftigt und hatte keine Veranlassung gehabt, sein Verheiratetsein zu erwähnen, da er, gleich vielen Männern, keinen Antrieb verspürte, von seiner Frau zu sprechen.
Auch glaubte er, Mademoiselle Cormon sei unterrichtet. Du Bousquier trat wieder herein und wurde mit Fragen bestürmt. Der Salon war bald ganz gefüllt.
Was für Fäuste! Am Tage darauf wurden während des ganzen Vormittags die geringsten Einzelheiten dieser Komödie.
Josette seufzte. Weder der Vicomte de Troisville noch der Onkel bemerkten etwas. Sie behaupten ja, er habe die Republik bestohlen, also liebte er sie nicht!
Du Bousquier, der grobschlächtige Republikaner, achtete seinerseits gar nicht auf seine Toilette. Er ging geradewegs auf sein Ziel los und erschien als erster.
Solche Kleinigkeiten entscheiden über die Geschicke der Menschen wie über die der Nationen. Und dann geschehen solche Dinge wie die folgenden: die Duchesse de Langeais wird Nonne, weil sie nicht die Geduld gehabt hat, zehn Minuten zu warten; der Richter Popinot verschiebt es auf den folgenden Tag, den Marquis d'Espard zu befragen; Charles Grandet kehrt über Bordeaux zurück, anstatt über Nantes zu kommen, und man nennt diese Ereignisse Zufälligkeiten, Schicksalsfügungen!
Eine Spur von Rot aufzulegen zerstörte die Hoffnungen des Chevaliers de Valois; nur auf diese Weise konnte dieser Edelmann ums Leben kommen: er hatte von der Gunst der Grazien gelebt, er sollte von ihrer Hand den Tod finden.
Während der Chevalier die letzte Hand an seine Toilette legte, betrat der dicke Du Bousquier den Salon der verzweifelten alten Jungfer. Dieses Eintreten traf mit einem für den Republikaner günstigen Gedankengang zusammen, der sich aus einer inneren Beratung, die nichtsdestotrotz dem Chevalier alle Vorteile einräumte, ergab.
Zum erstenmal hatte sie ein Mann mit offenem Gürtel, aufgerissenem Schnürleib gesehen; alle ihre Schätze waren vor seinen Augen aus ihrem Schrein herausgeschleudert worden.
Der so ermutigte Lieferant erwiderte mit einem Blick, der sie ins Herz traf. Ich habe nie in meinem Leben eine schönere Frau gesehen, und ich habe viele Frauen gesehen!
Üppige Frauen sind ein herrlicher Anblick. Sie brauchen sich nur zu zeigen, so siegen sie! Die alte Jungfer hatte die Augen gesenkt.
Es entstand ein Schweigen, das Du Bousquier grausam dünkte. In diesem Augenblick öffnete sich die Tür, und der verführerisch zurechtgemachte, aber verspätete Chevalier de Valois erschien vor den Augen der Verlobten.
Sie lächelte dem Chevalier zu und fühlte einen Druck am Herzen. Ich brauche es nicht länger! Wenn es mir Mademoiselle erlaubt?
Mademoiselle, darf ich es sagen? Wir heiraten in wenigen Tagen, der Vertrag ist aufgesetzt, er wird morgen unterzeichnet. Du Bousquier wurde rot; er hielt das Toupet zehn Zoll über seinem Schädel.
Mademoiselle Cormon bückte auf, sah die Kahlheit des Schädels und schlug die Augen wieder schamhaft zu Boden. Du Bousquier warf dem Chevalier einen Blick zu, wie ihn giftiger keine Sumpfkröte auf ihre Beute schleudern konnte.
Der Chevalier glaubte wieder die Oberhand erlangt zu haben. Da die ahnungslose Jungfer die beiden Männer stumm sah, wollte sie sie beschäftigen.
Du Bousquier lächelte und holte als zukünftiger Herr des Hauses den Spieltisch herbei. Er hatte den heftigsten Keulenschlag bekommen, der ihn treffen konnte, und er hatte das Recht, davon benommen zu sein.
Doch trug die Lüge bessere Früchte als eine tugendhafte Tat. Seit vier Tagen war die Stadt in Atem gehalten worden wie in den unseligen Tagen von und Mademoiselle Cormon war für Athanase die Karte, auf die er sein Leben gesetzt hatte, und er hatte schon ein deutliches Vorgefühl einer Katastrophe.
Athanase war ein Opfer der kaiserlichen Erziehung. Dort stehen Mühlen. Die Ufer der Sarthe zieren hochgewachsene, schlanke Bäume.
Wenn die Landschaft auch flach ist, so entbehrt sie doch nicht der lieblichen Anmut, die Frankreich auszeichnet, wo die Blicke niemals durch ein zu grelles licht ermüdet oder durch anhakende Nebel betrübt werden.
Dieser Ort war einsam. Wenn es in der Provinz eine Promenade, einen freien Platz oder einen Spazierweg gibt, von wo aus sich eine weite Aussicht bietet, so geht niemand hin.
Athanase gewann diese vom Wasser belebte Einsamkeit, wo die Wiesen beim ersten Schein der Frühlingssonne zu grünen anfingen, lieb. Athanase kümmerte sich nicht mehr um Politik, er hatte keine Meinung mehr; doch erschien er verschiedene Male recht heiter, heiter aus Ironie, wie es die sind, die sich für sich allein gegen die ganze Welt auflehnen.
Dieser junge Mann, der abseits von der Gedankensphäre, von allen Vergnügungen der Provinz stand, interessierte wenige Leute, er war nicht einmal ein Gegenstand der Neugierde.
Wenn man zu seiner Mutter über ihn sprach, so geschah es ihretwegen. Wenn die schöne Suzanne des Weges gekommen wäre, wieviel Unglück hätte diese Begegnung verhindert, denn diese beiden Wesen hätten sich geliebt!
Sie kam übrigens hin. Schon von früher Jugend lebte in ihr die Begierde, mit den Männern zu spielen. Es war ihr nicht unlieb, einige Monate nach ihrer Flucht den Weg über ihre Vaterstadt zu nehmen, um mit einem Künstler, in die Bretagne zu gehen.
Nach vierzehn Tagen erlitt die Partei der Ungläubigen eine heftige Schlappe. Soviel stand fest: Die Ungläubigen gaben sich nicht geschlagen. Sie meinten, Du Bousquier mache, ob verheiratet oder nicht, ein glänzendes Geschäft; sein Haus war ihm nur auf siebenundzwanzigtausend Francs zu stehen gekommen.
Die Gläubigen waren durch diese treffende Bemerkung der Ungläubigen getroffen. Chesnel, der Notar von Mademoiselle Cormon, habe noch kein Wort vom Ehekontrakt gehört, sagten die Ungläubigen wiederum.
Die in ihrem Vertrauen unerschütterlichen Gläubigen trugen am zwanzigsten Tag einen völligen Sieg über die Ungläubigen davon. Dies war das erste der zahlreichen Opfer, die Mademoiselle Cormon ihrem Manne bringen sollte.
Nichtsdestoweniger machte sie ihm von dem Kontrakt Mitteilung, und Chesnel, der ein Mann würdig Plutarchs war, verteidigte die Interessen Mademoiselle Cormons schriftlich.
Dieser Umstand allein zögerte die Heirat hinaus. Mademoiselle Cormon erhielt verschiedene anonyme Briefe.
Mademoiselle Cormon verachtete anonyme Briefe; aber sie schrieb an Suzanne mit der Absicht, den Mütterfürsorgeverein aufzuklären.
Trotz dieser Umtriebe, welche die Stadt hinreichend mit destilliertem Klatsch versorgten, den sie begehrlich einsog, wurde das Aufgebot in der Kirche und im Rathaus veröffentlicht.
Es gab ein paar von Neugier angestachelte Personen, die Jacquelin ein Zehnsoustück gaben, um die Kutsche, dieses Attentat auf die Sparsamkeit der Gegend, aus der Nähe besehen zu dürfen.
Denn für die Provinz besteht der Reichtum der Nationen weniger in einer aktiven Zirkulation des Geldes als in einer sterilen Anhäufung. Die mörderische Verwünschung der alten Jungfer ging in Erfüllung.
Penelope erlag der Brustfellentzündung, die sie sich vierzig Tage vor der Hochzeit geholt hatte; nichts konnte sie retten.
Es kam noch schlimmer. Es fand kein Hochzeitsmahl statt, weil die Neuvermählten gleich nach Le Prebaudet abreisten. Am Abend wurden alle diese Nichtigkeiten durchgehechelt, und allgemein machte man der Erbitterung in Schmähreden Luft, denn das Hochzeitsgelage ist in der Provinz sozusagen der der Gesellschaft gebührende Pflichtteil.
Die Hochzeit Josettes und Jacquelins ging lustig vonstatten: sie waren die beiden einzigen, die den düstern Prophezeiungen widersprachen.
Du Bousquier wollte den Profit, den er bei seinem Hause gemacht hatte, dazu verwenden, das Haus Cormon zu modernisieren und zu restaurieren.
Im Zeitraum eines Jahres, währenddessen er beständig auf Hausse spekulierte, begründete er ein eigenes Vermögen, das beinahe so ansehnlich war wie das seiner Frau.
Ich bleibe viel lieber hier mit dir sitzen, als ein Boston zu spielen, wobei :ich mein Geld verlieren kann. Ich bin ans Elend gewöhnt, aber du, mein geliebtes Kind, du verbringst deine Jugend ohne Freuden.
Nichts als Arbeit in deinem Leben! Die wahre Mutterliebe ist immer voll Anmut. Wie du es sagst, der Gedanke vermag alles.
Nun, du wirst dich auszeichnen und mit denselben Mitteln, mit denen er das Böse getan hat, das Gute tun. Hast du das nicht gesagt? Nein, nein, Athanase, wir werden uns niemals trennen!
Dieser doppelte Schmerz, der meinige und der deinige, tötet mich. Und ich will doch wohl leben, nicht wahr?
Man hat es mir schon gesagt. Du willst fort! Du brauchst Geld, Sachen! Er kam bei der schönen Pappel an, wo er seit vierzig Tagen über so vieles nachgedacht und wohin er zwei schwere Steine zum Sitzen getragen hatte.
Er betrachtete die schöne Gegend, auf der der Mondschein lag. Noch einmal stieg eine ruhmvolle Zukunft vor ihm auf: er kam durch Städte, wo sein Name widerhallte; er hörte das Beifallklatschen der Menge, atmete den Weihrauch der Huldigungen ein, berauschte sich an seinem erträumten Leben, schwang sich strahlend zu strahlenden Triumphen auf, errichtete sich ein Denkmal des Ruhms, beschwor alle seine Illusionen vor seinen Sinnen herauf, um ihnen in einem olympischen Taumel für immer Lebewohl zu sagen.
Einen Augenblick war die Bezauberung möglich gewesen; nun war sie für immer dahingeschwunden. In diesem höchsten Augenblick umfing er seinen schönen Baum, an den er sich wie an einen Freund gelehnt hatte, mit den Armen; dann steckte er einen Stein in jede Tasche seines Mantels und knöpfte ihn zu.
Er war absichtlich ohne Hut weggegangen. Und Geld! Nun, er wird mir schreiben, ich werde ihn finden. Die Sarthe war am Morgen vorher stark angeschwollen, und die Fischer hatten das vorausgesehen.
Gegen sechs Uhr morgens brachte der Fischer den Leichnam des jungen Mannes herauf. Der Chevalier de Valois konnte eine Erklärung für den Selbstmord geben.
Madame Granson entsann sich nun daraufhin unzähliger kleiner Umstände, die dem Chevalier recht gaben.
Die Geschichte wurde rührend, einige Frauen weinten. Für Madame Gransons Schmerz, der stumm nach innen gekehrt war, hatte man geringes Verständnis, Die Mütter trauern auf zwei verschiedene Arten.
Bevor Madame du Bousquier in die Stadt zurückkam, war schon eine von ihren guten Freundinnen, die Präsidentin du Ronceret, zu ihr geeilt, um ihr diesen Leichnam auf das Rosenbett ihrer Freuden zu werfen und ihr zu eröffnen, welcher Liebe sie sich versagt hatte.
Der Blick der zu Tode betrübten Mutter traf sie ins Herz. Er war wie geladen mit Anklagen und Verwünschungen.
Madame du Bousquier war darüber entsetzt; dieser Blick verkündete und wünschte ihr Unglück. Am Abend nach der Katastrophe begab sich Madame Granson, nachdem sie ihren Sohn mit eigener Hand in das Leichentuch gehüllt und dabei an die Mutter des Heilands gedacht hatte, von fürchterlicher Angst bewegt in das Haus des konstitutionellen Pfarrers.
Der Pfarrer legte seine Arbeit beiseite und führte Madame Granson in das Zimmer, wo ein Mahl auf ihn wartete, das sie in seiner Einfachheit an ihren eigenen Haushalt erinnerte.
Ich allein will, ohne andere Geistliche, in der Nacht Gegen Mitternacht wurde von vier jungen Leuten, den vertrautesten Kameraden von Athanase, heimlich eine Bahre in die Pfarrkirche getragen.
Vier Fackeln erleuchteten die Bahre, die mit Trauerflor bedeckt war. Der Pfarrer las, von einem verschwiegenen Chorknaben bedient, die Totenmesse.
Dann wurde der Selbstmörder geräuschlos in einer Ecke des Kirchhofes, wo ein schwarzes Kreuz ohne Inschrift der Mutter die Stelle anzeigte, begraben.
Athanase lebte und starb in der Finsternis. Vielleicht meinte sie unter jener Pappel einen Hauch seines Geistes zu verspüren; vielleicht auch wollte sie vor Augen sehen, worauf ihres Sohnes Blicke zuletzt geweilt hatten.
Es mag Mütter geben, die bei solchem Anblick vergehen würden, andere weihen den Ort zu einer Stätte der Anbetung. Die geduldigen Anatomen der menschlichen Seele können nicht oft genug die Wahrheiten wiederholen, an denen immer wieder die Erziehung, die Gesetze, die philosophischen Systeme zerschellen.
Sagen wir es uns immer wieder: Es ist absurd, die Gefühle auf gleiche Formeln zu bringen; in jedem Menschen verbinden sie sich mit den ihm eigenen Elementen und nehmen seine Physiognomie an.
So rächte sie mit einem Schlage Athanase und den teuren Chevalier de Valois. Mit wirrem Haar existierte der Chevalier de Valois nicht mehr.
Die Krawatte schlang sich um sich selbst ohne jeden Anspruch auf Eleganz. Die Runzeln des Gesichts falteten und schwärzten sich, die Haut wurde wie Pergament.
Die ungepflegten Nägel bekamen hier und da einen schwarzsamtigen Rand. Die Weste zeigte sich gefurcht von Nasentropfen, die herabgefallen waren wie Herbstblätter.
Die Watte in den Ohren erneuerte er nicht mehr täglich. Traurigkeit lag auf seiner Stirn und gelbe Töne waren in seinen Runzeln.
Vernichtet fühlte er sich durch einen Kalauer Coudrais', dessen Absetzung er übrigens bewirkte. Es war der erste Racheakt, den der sonst gutartige Chevalier durchführte.
Aber dieser Kalauer war auch mörderisch und übertraf alle Witze des Vorstehers des Hypothekenamtes um hundert Ellen.
Kurzum: die Anekdoten machten es wie die Zähne; allmählich wurden sie seltener, aber der Appetit blieb. Kurz, die ohnmächtige Republik siegte über die tapfere Aristokratie und dies inmitten der Restauration!
Das Haus d'Esgrignon, dem sich die zurückgekehrten Troisville anschlossen, repräsentierte die hohe Aristokratie. Du Bousquier hatte in der Wohnung alles zerstört.
Meine vielgeliebten Linden hat man umgehauen. Kurz vor meinem Tode erscheint mir die Republik noch in der Form einer schrecklichen Umwälzung im eigenen Hause.
Ihre arme Nichte wird nicht dort gestraft, wo sie gesündigt hat. Wo sonst die Rosen in voller Blüthe standen, hatten eine Zeitlang noch falsche Blumen einen Frühling hingezaubert, die schönen Locken glänzten noch eine Weile um die sonst so strahlenden Augen, ihr Lächeln war freundlicher, hingebender, weniger stolz als früher, aber der Schmelz der Jugend fehlte, die Frische der aufblühenden Jungfrau, und jetzt war sie eine — alte Jungfer!
Ihr zuckt die Achseln! Ihr lacht, und um Eure Mundwinkel blitzt es auf wie garstiger Hohn! Seid nicht lieblos!
Und auf der andern Seite kennt Ihr das still beschauliche Leben nicht, was diesen begrabenen Hoffnungen folgt, und ahnet nicht, wie viel Liebe oft und stille Tugend noch in der eingefallenen Gestalt leben.
Euer Spott würde Euch gereuen. Ich sehe sie noch vor mir, das Jungfer Riekchen, wie sie genannt wurde in der Stadt, das alte Mädchen mit dem ewig freundlichen Lächeln und dem redseligen Munde.
Der alten Magd sagte sie dann andern Tages, sie habe am Altare ihrer Erinnerungen das Liebesmahl genossen.
Wo Einem etwas Freudiges begegnete, da war sie auch die Erste, die gratulirte, und wo das Unglück eingekehrt, da fehlte sie wiederum nicht mit ihrer Hülfe.
Dabei hatte sie nur eine kleine Rente, die just zureichte das Nöthigste zu decken. Aber sie war immer thätig, immer beschäftigt und wenn sie nicht lachte mit den Glücklichen oder weinte mit den Trauernden, da arbeitete sie rastlos für Andere, flickte und nähte für die Armen, das alte Mädchen mit dem ewigfreundlichen Lächeln.
So wie das Wort "Bitch", das sich heute stolz auf Shirts über Busen spannt. Ungebunden handelt von Wunden und Enttäuschungen. Nicht-Single war die Autorin gerade einmal vier Jahre ihres Lebens, bis sie mit 23 eine Verlobung löste.
Sie lebt allein, ist darauf eingestellt, dass es so bleibt. Sie wünscht sich, dass die damit verbundene Traurigkeit akzeptiert wird, ohne sich mit der Hoffnung auf ein Happy End trösten zu wollen.
Das Single-Dasein als empowernd darzustellen geht ihr gegen den Strich. Die Verklärung romantischer Zweisamkeit aber auch. Eigentlich mangelt es an Banalem: "Es wäre schön, abends nach Hause zu kommen, im Flur ein paar Worte darüber zu verlieren, was tagsüber passiert ist — egal ob belanglos, blöde oder weltbewegend —, und zu wissen, dass immer eine Antwort kommt.
Sie behauptet auch nicht, dass eine Single-Frau nicht glücklich sein kann, allein: Lindroth ist es nicht. Im Kern geht es um die Kränkung, dass sie nicht als Hauptfigur im Drama um unmögliche Liebe vorkommt, sondern nur als die Randfigur, deren Aufgabe es ist, die Hand des bekümmerten Mannes zu halten, der über eine andere hinweggetröstet werden will.
Unsere Kultur hat ein Wort dafür, es gilt aber nur für Männer: friend zone. Wo sonst die Rosen in voller Blüthe standen, hatten eine Zeitlang noch falsche Blumen einen Frühling hingezaubert, die schönen Locken glänzten noch eine Weile um die sonst so strahlenden Augen, ihr Lächeln war freundlicher, hingebender, weniger stolz als früher, aber der Schmelz der Jugend fehlte, die Frische der aufblühenden Jungfrau, und jetzt war sie eine — alte Jungfer!
Ihr zuckt die Achseln! Ihr lacht, und um Eure Mundwinkel blitzt es auf wie garstiger Hohn! Seid nicht lieblos!
Und auf der andern Seite kennt Ihr das still beschauliche Leben nicht, was diesen begrabenen Hoffnungen folgt, und ahnet nicht, wie viel Liebe oft und stille Tugend noch in der eingefallenen Gestalt leben.
Euer Spott würde Euch gereuen. Ich sehe sie noch vor mir, das Jungfer Riekchen, wie sie genannt wurde in der Stadt, das alte Mädchen mit dem ewig freundlichen Lächeln und dem redseligen Munde.
Doch waren einige Stühle und Sessel am Rande gestopft. Die Decke war durch einen dicken Balken in zwei Hälften geteilt, von dessen Mitte ein alter, in einen grünen Bezug eingenähter Kronleuchter aus Bergkristall herabhing.
Das Schreibkabinett, ganz in altem roten Lack, Schwarz und Gold, getäfelt, hätte einige Jahre später einen unsinnigen Preis erzielen müssen, doch Mademoiselle Cormon hatte keine Ahnung davon; hätte man ihr aber für jedes Feld der Täfelung tausend Taler geboten, sie würde es nimmermehr hergegeben haben, denn sie hatte die Eigenart, sich nie von etwas zu trennen.
Das unnütze Boudoir war mit dem altmodischen Perser überspannt, wonach sich heutigentags die Liebhaber des nach der Pompadour genannten Stils die Beine ablaufen.
Ungeheure Büfetts mit Marmoraufsatz dienten hier den Schlachten, die den Mägen der Provinz geliefert werden. Die Mauern waren al fresco mit einem Blumengitter bemalt.
Der Geist der Provinz hatte alles darin konserviert; nichts war weder neu nach alt, weder jung noch verfallen. Eine kalte Exaktheit machte sich überall bemerkbar.
Die Transportkosten sind zu hoch, um schlechte Weine kommen zu lassen. Der Grundstock der Gesellschaft von Mademoiselle Cormon bestand aus ungefähr hundertfünfzig Personen — einige waren auf dem Lande, andere krank, wieder andere reisten in Geschäften in dem Departement umher; aber es gab gewisse Getreue, die, unbeschadet der geladenen Gesellschaften, alle Tage kamen, ebenso wie die Leute, die aus Pflicht oder Gewohnheit genötigt waren, in der Stadt zu wohnen.
All diese Leute waren in reiferem Alter; wenige unter ihnen waren gereist, die meisten waren in der Provinz geblieben, und etliche hatten sich an der Chouannerie beteiligt.
Man fing an, ohne Furcht von diesem Kriege zu sprechen, seitdem den heldenmütigen Verteidigern der guten Sache Belohnungen zuteil wurden.
Jacquelin zündete dann auch im Arbeitszimmer und dem Boudoir Licht an. Zwischen acht und neun Uhr kamen die Dienstboten nacheinander ins Vorzimmer, um ihre Herrschaften abzuholen; und wenn es kein sensationelles Vorkommnis gab, war um zehn Uhr kein Mensch mehr im Salon.
Es war, als käme man in Paris aus dem Theater. Ein paar Leute, die viel von Poesie sprachen, von der sie nichts verstanden, zogen über die Sitten der Provinz los.
Diese beiden andern Salons standen mit dem Hause Cormon durch einige, die da und dort verkehrten, in Verbindung et vice versa.
Jedoch der Salon Cormon war ein strenger Richter über das, was in den beiden andern Lagern vorging; man kritisierte da den Luxus der Diners, man sprach endlos über das Eis auf den Bällen, erörterte das Benehmen der Frauen, die Toiletten und die Neuheiten, die dort auftauchten.
Für den einen wie für den ändern war da die Stufe zum Deputierten, und demnach für den Adligen die Pairswürde und für den Lieferanten die Stelle eines Obersteuereinnehmers.
Athanase, der einzige der drei Prätendenten auf die Hand der alten Jungfer, der nichts mehr berechnete, liebte die Person ebensosehr wie das Vermögen.
War die Lage der vier Personen nicht, um den Tagesjargon zu gebrauchen, eine eigentümliche dramatische Konstellation?
Waren diese drei Rivalen, die sich schweigend um ein altes Mädchen drängten, das trotz des glühenden und sehr berechtigten Wunsches, sich zu verheiraten, keine Ahnung davon hatte, nicht seltsam genug?
Sie wollte eine Frau von Stand sein, hatte aber auch schreckliche Angst vor dem Revolutionstribunal. Diese beiden an Stärke gleichen Gefühle hoben sich nach einem in der Ästhetik wie in der Statik geltenden Gesetze gegenseitig auf.
Unter seiner Herrschaft waren die Erbinnen im Vergleich zu den heiratsfähigen Männern sehr in der Überzahl.
Wenn einerseits Mademoiselle Cormon sich sträubte, einen alten Mann zu heiraten, so verboten ihr die Umstände und die Furcht, sich lächerlich zu machen, einen sehr jungen zu ehelichen.
Nun aber verheirateten die Familien ihre Söhne sehr früh, um sie der Gefahr der Konskription zu entziehen. Von bis war es ihr demnach unmöglich, mit den jungen Mädchen, die sich um die passenden, durch die Kanonen an Zahl verminderten Partien stritten, den Kampf aufzunehmen.
Man würde nicht glauben, wie weit sie dieser Wunsch geführt hatte. Sie hatte ihren Verstand angestrengt, ihren Anbetern tausend Fallen zu legen, um ihre Gefühle auf die Probe zu stellen.
Mademoiselle Cormon studierte sie nicht, sie spionierte sie aus. Der Ehrgeiz Mademoiselle Cormons hatte seinen Ursprung in den zartesten Gefühlen der Frau: sie wollte ihren Geliebten beglücken, indem sie ihm nach der Heirat tausend Tugenden aufdeckte, so wie andere Frauen die tausend Unvollkommenheiten enthüllen, die sie bis dahin sorgfältig verschleiert haben; aber man verstand sie nicht: das edle Mädchen traf nur auf gemeine Seelen, in denen die bare Berechnung der positiven Interessen herrschte und die für die schönen Neigungen des Gefühls kein Verständnis hatten.
Ihr Charakter gewann allmählich eine geheime Menschenfeindlichkeit, die in ihre Unterhaltung eine leise Bitterkeit und eine gewisse Schroffheit in ihren Blick mischte.
Ihre Ehelosigkeit befestigte sie in ihrer zunehmenden Sittenstrenge, denn da sie an ihrer Sache verzweifelte, suchte sie sich zu vervollkommnen.
Edle Rache! Sie schliff den von den Männern verworfenen rauhen Diamanten für Gott. Mademoiselle Cormon fand jedoch in ihrer Erscheinung nicht den nötigen Helfershelfer für ihre Wünsche.
Es war ein nerviges Bein mit einer recht starken muskulösen Wade wie bei einem Matrosen. Man ist eben sehr streng gegen die Mängel der Tugend, während man für die Eigenarten des Lasters voller Nachsicht ist.
Nunmehr konnte kein Korsett die Hüften des armen Mädchens, das aus einem Stück gegossen zu sein schien, erkennen lassen. Bei ihr war alles echt. Das Kinn hatte, indem es sich verdreifachte, die Länge des Halses verringert und die Haltung des Kopfes beeinträchtigt.
Denn die junge Einbildungskraft, die lüstern und ungestüm ist, liebt es, in solch lebendigen Kissen zu versinken. Das fette Rebhuhn lockt den Gaumen des Feinschmeckers.
Viele elegante verschuldete Pariser hätten sich sehr leicht dazu entschlossen, das Glück Mademoiselle Cormons zu begründen. Aber das arme Mädchen war schon über vierzig.
Nunmehr, nachdem sie lange gekämpft hatte, ihrem Leben den Inhalt zu geben, der die Frau erst zur Frau macht, und gezwungen war, Mädchen zu bleiben, befestigte sie sich in ihrer Tugend durch die strengsten religiösen Übungen.
Der leichte Flaum, der ihre Oberlippe zierte, wuchs und zeichnete eine Linie wie von Kohle; die Schläfen bekamen leichte bläuliche Schatten.
Kurzum, der Verfall begann. Der Chevalier pflegte dann die Tabakskrümel, die sich in die Falten seines seidenen Rockes oder seiner Weste verkrochen hatten, abzuklopfen.
Aus einer Laune, die vielleicht nur die Fortsetzung ihres ehemaligen Verfahrens war, behandelte sie die Männer, die ihr noch zusagen konnten und obwohl sie sich zu ihnen hingezogen fühlte, schlecht, damit man nur ja nicht meinen könnte, sie mache ihnen den Hof.
Die meisten Leute der Gesellschaft, denen die Fähigkeit abging, ihre Motive, die immer edel waren, zu verstehen, deuteten ihr Benehmen gegen ihre Mitbrüder im Zölibat dann als Rache für einen voraussichtlichen oder schon entschiedenen Korb.
Zu Beginn des Jahres erreichte Rose das unselige Alter, das sie nicht eingestand: sie wurde zweiundvierzig Jahre. Seit einigen Monaten rechnete sie auf einen Zufall.
Die Verabschiedung der kaiserlichen Truppen und die Wiederherstellung der königlichen Armee brachte einen gewissen Umschwung in dem Geschick vieler Männer mit sich, die zurückkehrten, die einen mit Halb-Sold, die andern mit oder ohne Pension, jeder in seine Heimat und alle von dem Wunsche beseelt, ihr schlechtes Los zu verbessern und ein Ende zu machen, das für Mademoiselle Cormon ein seliger Anfang sein konnte.
Die höheren Offiziere hatten alle ihre günstige Stellung unter Napoleon benutzt und sich verheiratet, und diese wurden freilich im Interesse ihrer Familien alle Royalisten.
Nicht einmal die Seeleute, die von Brest nach Paris fahren, halten sich dort auf. Doch gestehen wir es, Mademoiselle Cormon hatte wenig Geist: sie hatte keine Ahnung von den Kunstgriffen mit der Tabaksdose.
Ihre aufrichtige Frömmigkeit und ihre strengen Prinzipien verbannten ihre grausamen Leiden in die tiefste Verborgenheit ihres Herzens.
Wenn sie an gewissen, besonders harten Abenden ihre guten Eigenschaften einer Prüfung unterzog, so ging sie in Gedanken so weit, einen Unterleutnant, ja einen Raucher zu heiraten, den sie durch ihre Fürsorge, Liebe und Sanftmut zum besten Menschen der Welt zu machen sich vornahm; sie wollte ihn sogar nehmen, wenn er bis über die Ohren verschuldet wäre.
Aber es gehörte die Stille der Nacht zu diesen phantastischen Heiraten, wo sie sich darin gefiel, die erhabene Rolle des Schutzengels zu spielen.
Am Morgen, wenn Josette das Bett ihrer Herrin drunter und drüber fand, hatte sie ihre Würde wiedergewonnen; am Morgen nach dem Frühstück wollte sie einen Mann von vierzig Jahren, einen tüchtigen, guterhaltenen Grundbesitzer, der noch für jung gelten konnte.
Dieser Biedermann, der ungefähr siebzig Jahre zählte, schrieb das Unheil der Französischen Revolution einer Absicht der Vorsehung zu, die in ihrem Zorneseifer die zügellose Kirche treffen wollte.
Mademoiselle Cormon, die gewohnt war, ihren Onkel zu respektieren, wagte nicht, ihn in die Wünsche nach einer Änderung ihres Zustandes einzuweihen.
Der wackere Mann, der seinerseits an den Gang der Dinge im Hause gewöhnt war, hätte übrigens an der Einführung eines Herrn in den Haushalt wenig Gefallen gefunden.
Er sprach wenig und schwieg auf eine liebenswürdige, wohlwollende Art. Diese beiden majestätischen Überbleibsel des Adels und des Klerus erkannten sich, obwohl ihre Sitten so verschieden waren, an ihren allgemeinen Zügen.
Nichts von alledem! Trotz der inständigen Vorstellungen dieser beiden Künstlerinnen sträubte sich Mademoiselle Cormon gegen die Täuschungskünste der Eleganz.
Mache sich, wer will, über das arme Ding lustig! Der Glaube, die Frömmigkeit lassen diese Spitzfindigkeiten nicht zu. Die Frömmigkeit verursacht eine Krankheit des moralischen Sehorgans.
Mit einem Wort: Die frommen Frauen sind in vielen Punkten dumm. Das eine ist ein soziales Element, das unendlich viel verbreiteter ist als das andere.
Mademoiselle Cormon sündigte also in den Augen der Welt durch die himmlische Unwissenheit der Jungfrauen.
Sie hatte gar keine Beobachtungsgabe, und ihr Benehmen gegen ihre Bewerber bewies dies zur Genüge. Selbst ein junges Mädchen von sechzehn Jahren, das noch keinen Blick in einen Roman getan hätte, würde in den Blicken von Athanase hundert Liebeskapitel gelesen haben.
Mademoiselle Cormon aber sah rein nichts darin und erkannte auch an dem Zittern seiner Stimme nicht die Kraft eines Gefühls, das sich nicht hervorwagte.
Da sie selbst voller Scham war, erriet sie die Scham des andern nicht. Sie, die ehemals zu ihrem Verderben dazu fähig war, Verfeinerungen der Empfindsamkeit zu ersinnen, bemerkte diese bei Athanase nicht.
Eine gefühlvolle Frau kann sehr dumm sein. Kurzum, eine fromme Christin kann eine sehr schöne Seele haben und taub sein für die Töne, die aus einer schönen Seele neben ihr kommen.
Diejenigen, die wegen ihrer guten Eigenschaften, manche auch wegen ihrer Fehler, Sympathien für sie hatten, machten sich über ihre verfehlten Heiraten lustig.
Man unterhielt sich oft darüber, was aus ihrem Reichtum, ihren Ersparnissen und der Hinterlassenschaft des Onkels werden solle.
In der Provinz ist es nicht erlaubt, ein Original zu sein. Trotz ihrer achtzehntausend Livres Rente an Grund und Boden, ein für die Provinz ansehnliches Vermögen, richtete sie sich doch nach den weniger reichen Häusern.
Mademoiselle hing daran, sie benutzte sie seit zwölf Jahren, was sie übrigens mit der Siegesfreude eines Menschen zu erwähnen pflegte, der auf seinen Geiz stolz ist.
Der eleganteste Wagen hätte sie übrigens wie die alte Halbkutsche auch nirgends anders hingebracht als nach Le Prebaudet. Und die Provinz, die immer nur den Zweck im Auge hat, kümmert sich nicht um die Schönheit der Mittel; sie müssen nur wirksam sein.
Jacquelin, ein Mann von vierzig Jahren, kurz und dick, mit dunkelrotem braungebrannten Gesicht, wie ein bretonischer Matrose, diente dem Hause seit zweiundzwanzig Jahren.
So sparten diese beiden armen Leutchen ihren Lohn zusammen und liebten sich in aller Stille; sie warteten und hofften auf die Heirat Mademoiselles, wie die Juden den Messias erwarten.
Eine besondere Erwähnung gebührt auch noch der alten rotbraunen normannischen Stute, die Mademoiselle Cormon auf ihr Landgut Le Prebaudet zog, denn alle fünf Bewohner dieses Hauses hatten für das Tier eine närrische Liebe.
Penelope hatte Mademoiselle daran gehindert, sich Zeisige, Katzen und Hunde anzuschaffen, dieses Surrogat einer Familie, das sich fast alle Wesen, die inmitten der Gesellschaft einsam sind, zulegen.
Aber sie sagten, sie seien früher besser daran gewesen. Da sie ihre Sorge keinem Mann und keinen Kindern angedeihen lassen konnte, verlegte sie sich auf Kleinigkeiten.
Sie sprach stundenlang über die unbedeutendsten Dinge, über ein Dutzend mit Z gezeichnete Servietten, die sie vor die mit O bezeichneten gelegt gefunden hatte.
Mademoiselle fragte acht Tage lang, ob Penelope um zwei Uhr ihr Futter bekommen habe, weil sich Jacquelin ein einziges Mal verspätet hatte. Ihre geringe Phantasie erging sich in Nichtigkeiten.
Alles wäre anders geworden! Am Abend erfuhr dies Unglück die ganze Stadt. Ohne es zu wissen, war Mademoiselle Cormon sehr zufrieden über diese kleinen Vorkommnisse, denn sie dienten als Ventil für ihre verhaltene Bitterkeit.
Der Geist hat seine Ansprüche; er bedarf wie der Körper einer Gymnastik. Diese wechselhaften Launen wurden von Josette und Jacquelin hingenommen wie die Schwankungen der Witterung vom Landmann.
Manchmal fragten sie sich des Morgens in der Küche, wenn sie aufgestanden waren, welche Laune Mademoiselle wohl heute haben würde, so wie ein Landmann nach den Nebeln des Frührots sieht.
Der geringsten Störung in ihrem Verdauungsapparat wurde bei ihrer vollkommenen Gesundheit eine erschreckende Wichtigkeit beigelegt.
Sie stand übrigens in medizinischen Dingen noch ganz unter der Zuchtrute unserer Voreltern und nahm viermal im Jahr zur Vorsicht eine Medizin ein, an der Penelope krepiert wäre, die sie aber erfrischte.
Wenn Josette beim Auskleiden auf der noch atlasweichen Schulter von Mademoiselle ein Pickelchen fand, so gab dies zu minutiösen Nachforschungen über alle Nahrungssäfte der Woche Veranlassung.
Wenn der kreisförmige Haufen der abgefallenen Blüten wie eine Schneeschicht aussieht, kann der Besitzer auf eine reichliche Mosternte rechnen. Zur selben Zeit, da Mademoiselle Cormon derart ihre Fässer eichte, wachte sie auch über die Reparaturen, die der Winter nötig gemacht hatte, ordnete die Bestellung ihres Gemüse- und Obstgartens an, aus denen sie dann reichliche Vorräte zog.
Jede Jahreszeit hatte ihre besonderen Angelegenheiten. Vor ihrer Abreise gab Mademoiselle Cormon ihren Getreuen ein Abschiedsdiner, obwohl sie sie nach drei Wochen wiedersah.
Ihre Stammgäste, die mit einem Besuch im Rückstand waren, kamen dann zu ihr. Ihr Empfangssalon war voll; jeder wünschte ihr eine gute Reise, als ob sie sich hätte nach Kalkutta einschiffen wollen.
Am nächsten Morgen standen dann die Handelsleute auf der Schwelle ihrer Läden. Sie hat ihm einen Korb gegeben! Der von Suzanne zu ihrem Skandal gewählte Mittwoch war durch Zufall just der Abschiedsmittwoch, ein Tag, an dem Mademoiselle Cormon Josette mit dem Gepäck zusetzte, das mitgenommen werden sollte.
Madame Granson hatte in zehn Häusern Alarm geschlagen, während das alte Mädchen über das beriet, was sie für alle Fälle auf ihrer Reise mitzunehmen hatte, und der boshafte Chevalier de Valois bei Mademoiselle Armanda d'Esgrignon, der Schwester des alten Marquis d'Esgrignon und Königin des aristokratischen Salons, eine Partie Pikett spielte.
Wenn es für niemand gleichgültig war, zu sehen, was für ein Gesicht der Verführer am Abend machen würde, so war es für den Chevalier und Madame Granson wichtig, zu wissen, wie Mademoiselle Cormon in ihrer doppelten Eigenschaft als mannbares Mädchen und als Vorsitzende des Mütterfürsorgevereins die Neuigkeit aufnehmen würde.
Dieser Verdacht bestärkte ihn noch in seinen Grundsätzen bezüglich der Frauen. Ihr Begehren wurde wieder aufgefrischt, wie sie ihren Körper aufgefrischt hatte; sie betrachtete sich in ihrem doppelten Staat mit einem gewissen Rauschgefühl, und diese Befriedigung hielt an, während sie hinunterging und den Salon, das Kabinett und das Boudoir mit einem gefürchteten Blick streifte.
Während dieser Stunden der Erwartung suchte sie den guten Alten immer durch ein paar ungereimte Fragen in ein Gespräch zu ziehen, das dazu bestimmt war, ihn aufzuheitern.
Sie fragte zum Beispiel, was die Regierung mit den Steuern mache, die sie schon seit so langer Zeit empfinge; warum die Bibel nicht zur Zeit Jesu Christi gedruckt worden sei, da sie doch von Moses stamme.
Bei solchen Gelegenheiten kam der heroische Chevalier de Valois, wenn er das Lächeln sah, das unbarmherzige Halbwisser austauschten, dem alten Mädchen mit allen Kräften seiner geistreichen Diplomatie zu Hilfe.
Der Chevalier zog das Gelächter auf sich. Die Anwesenden horchten auf. Das arme Mädchen, welches gehofft hatte, ihren Onkel durch einen Beweisgrund ad omnipotentem in ein Gespräch über die Ehe hineinzuziehen, war ganz verdutzt; aber die Frauen von schwachem Verstand befolgen die schreckliche Logik der Kinder, die darin besteht, von der Antwort zur Frage zu gehen, eine Logik, die oft in Verlegenheit bringt.
Es liegt eine Ungerechtigkeit in der Verteilung der Rollen. Ein solches Wort brachte ein Lächeln der Befriedigung auf die Lippen des armen Mädchens und bestärkte sie in der guten Meinung, die sie von sich zu haben anfing.
In diesem Augenblick wurde die Unterhaltung durch das allmähliche Erscheinen der Gäste unterbrochen. An solchen Galatagen kam es immer zu kleinen Vertraulichkeiten zwischen dem Dienstpersonal und den eingeladenen Personen.
Das macht ihn saftiger! Du Bousquier war nicht eingeladen. Mademoiselle Cormon blieb dem System, das man kennt, treu und behandelte diesen Fünfzigjährigen, für den sie unerklärliche, in den tiefsten Falten ihres Herzens verborgene Gefühle hegte, schlecht.
Ihre von ihren Vorstellungen erregte Einbildungskraft beschäftigte sich mit Du Bousquier. Ohne Zweifel waren die Mägen schon sehr ungeduldig, denn beim Anblick des Vorstehers des Hypothekenamts, eines der liebenswürdigsten Männer der Stadt, der nur den Fehler hatte, ihres Vermögens wegen eine unausstehliche alte Person geheiratet zu haben und Witze zu machen, über die er immer zuerst lachte, erhob sich das beifällige Gemurmel, mit dem die zuletzt Gekommenen in solchen Fällen stets empfangen werden.
Der Moment zur Unterhaltung über dieses seltsame Abenteuer war noch nicht gekommen, es überlegte sich noch jeder, was er zu sagen habe. War es die Lust, das Konzert zu beginnen?
Dieser Blitz erhellte ihm mit einem Male die ganze Vergangenheit. Das habe ich dumm angefangen! Monsieur de Valois näherte sich Mademoiselle Cormon und reichte ihr den Arm, um sie in den Speisesaal zu führen.
Die von dem Chevalier im Punkte der Ehe geheuchelte Gleichgültigkeit und besonders seine vorgebliche Sittenreinheit in einem Hause, das voller Grisetten war, taten ihm ganz gegen seine Voraussicht enormen Abbruch.
Dieser Edelmann, der in der Sache der Lebensrente so richtig gesehen hatte, täuschte sich in diesem Punkt. Aber, welche Aufgabe ist geziemender für die tugendhafte Frau, als, gleich der Kohle, die trüben Wasser des Lasters zu reinigen?
Du Bousquier war auf geheimnisvolle Weise damit verquickt. Nun die zweite Angelegenheit. Die Seiden Du Bousquiers kannten nicht ihren Mahomet, aber sie waren nur um so eifriger, da sie ihren eigenen Einfall zu verteidigen glaubten.
Athanase war einer der glühendsten Verfechter der Erbauung eines Theatersaals, und seit einigen Tagen warb er für die Sache, die alle jungen Leute zu der ihrigen gemacht hatten, Anhänger in den Büros des Rathauses.
Er ist schon nicht sehr religiös, er hält zu dem konstitutionellen Priester; aber das wäre noch nicht schlimm. Weit gefährlicher ist dies: Stürzt er sich nicht besinnungslos in die Opposition, ohne zu wissen, welche Folgen sein gegenwärtiges Betragen für die Zukunft haben wird?
Mein Kompliment dem Chevalier de Valois! Sehen Sie, wie bleich und abgezehrt er ist? Mit Lesen, Schreiben.
Wie soll ein junger Mann aussehen, der in der Nacht schreibt? Ihre Lehrer hatten nicht so viel Religion wie die Heiden.
Und man steckte die armen Jungen in Uniform, gerade wie Soldaten. Wie lächerlich! Der da schlägt die Augen nieder, wenn er Sie sieht.
Mir ist bange um den jungen Mann, weil er mich interessiert. Sagen Sie ihm, er soll nicht mit den Bonapartisten für diesen Theaterbau gemeinsame Sache machen.
Wenn diese jungen Leute es nicht auf dem Wege des Aufstandes, denn das ist für mich gleichbedeutend mit konstitutionell, verlangen, wird die Regierung es schon bauen.
Und wovon sollten dann er und seine Mutter leben? Das macht einen schaudern! Ist nicht die Tugend, die die Intelligenz tötet, ein Laster?
Aber welche entzückende Frau! Welche Prinzipien! Welche Unwissenheit! Die alte Jungfer winkte dem Chevalier mit einem Blick.
Jedoch der galante Vorsteher des Hypothekenamts, der anfing, im Benehmen des Chevalier die Schranke zu sehen, die in dieser Zeit die Provinzadligen zwischen sich und dem Bürgertum errichteten, freute sich, ihm den Rang abzulaufen; er stand neben Mademoiselle Cormon, rundete seinen Arm, um ihn ihr zu reichen, und sie war genötigt, ihn anzunehmen.
Der Chevalier stürzte sich aus Diplomatie auf Madame Granson. Dieses Betragen kann ihn um den Posten im Rathaus bringen.
Sie wissen, wie sorgfältig die Regierung des Königs aussiebte! Wo will Ihr Sohn, wenn man ihn wegschickt, eine Stellung finden?
Sie haben recht, mein Sohn wird von einer bösen Clique verführt, und ich werde ihn darüber aufklären. Hierin sah der Chevalier klar.
So war also diese anscheinend so friedliche Gesellschaft innerlich ebenso erregt wie die diplomatischen Kreise, wo die List, die Gewandtheit, die Leidenschaften, die Interessen sich um die ernstesten Fragen von Reich zu Reich drehen.
Nur die jungen Männer der Provinz sind gewöhnt, Leuten eines gewissen Alters gegenüber eine respektvolle Haltung zu bewahren und ihnen weder entgegenzutreten, noch ihnen heftig zu widersprechen.
Mademoiselle Cormon, auf den Erfolg ihrer eigenen Enten eifersüchtig, wollte Du Bousquier, den man als einen gefährlichen Ränkeschmied hinstellte und den man zu allem fähig hielt, in Schutz nehmen.
Unter den gegenwärtigen Umständen hatte dies Wort eine überwältigende Wirkung. Du Bousquier wurde als unverehelichter Vater Gigogne geschildert, als ein Ungeheuer, das seit fünfzehn Jahren das Findelhaus ganz allein versorgte; endlich lag seine Sittenverderbtheit klar auf der Hand, ein würdiges Seitenstück zu seinen Pariser Saturnalien usw.
Unter der Anführung des Chevaliers de Valois, des geschicktesten Dirigenten für solche Orchester, wurde die Ouvertüre dieses Klatsches prachtvoll.
Obwohl ich bei Madame Lardot wohne, kenne ich diese kleinen Mädchen nur vom Sehen. Im übrigen hat Suzanne den Adel der Schönheit; von diesem Gesichtspunkt wäre diese Heirat also eine Mesalliance für sie.
Und abermals forderte ihre Bemerkung einen Heiterkeitsausbruch ihrer Gäste heraus. Beim Dessert war wiederum die Rede von Du Bousquier, der zu allerlei lustigen Einfällen, die der Wein noch befeuerte, Veranlassung gab.
Du Bousquier erschien also, als die Gesellschaft eben aus dem Speisesaal kam, um in dem Salon, wohin schon einige Leute für den Abend gekommen waren, den Kaffee zu nehmen, in einer sehr unternehmenden und ein wenig geckenhaften Haltung.
Mademoiselle Cormon wagte in ihrer Verschämtheit den schrecklichen Verführer nicht anzublicken; sie hatte sich Athanases bemächtigt, dem sie eine Moralpredigt hielt und die schrecklichsten Gemeinplätze royalistischer Politik und religiöser Sittenlehre zum besten gab.
Seine Begierden erzeugten eine Art Rausch in ihm, der die dünne, helle Stimme von Mademoiselle in ein sanftes Gemurmel und ihre flachen Reden in geistvolle Aussprüche verwandelte.
Die Liebe ist ein Falschmünzer, der beständig aus plumpen Soustücken Louisdors und manchmal auch aus Louisdors Soustücke macht.
Das Lyzeum ist sein Verhängnis gewesen. Was für ein Schlag! Ohne es zu wissen, hatte der arme Athanase Gelegenheit gehabt, seine Brandfackel auf die Reiser im Herz des alten Mädchens zu schleudern; hätte er ihr zugehört, so hätte er ihr seine Leidenschaft begreiflich machen können, denn in der Erregtheit, in der sich Mademoiselle Cormon befand, hätte ein einziges Wort genügt; aber jene dumpfe Begierde, die ein Merkmal jugendlicher und wahrer Liebe ist, hatte ihn zugrunde gerichtet, so wie sich manchmal ein lebensvolles Kind aus Unwissenheit den Tod gibt.
Die vier Tische waren bald mit ihren sechzehn Spielern besetzt. Die Herrin des Hauses schien ganz in Gedanken versunken zu sein.
Bin ich nicht Vorsitzende des Mütterfürsorgevereins? Ich will Ihnen zehn Taler holen. Dieser unmoralische, aus dem Herzen kommende Satz verblüffte die Schatzmeisterin des Mütterfürsorgevereins, Du Bousquier war augenscheinlich in der Achtung Mademoiselle Cormons gestiegen.
Wäre es nicht viel mehr seine Sache als die unsere, sich der Kleinen anzunehmen? Sie lernen, scheint's, von Ihrem Sohn lateinische Wörter, die unverständlich sind!
Doch alle Welt würde sagen, Sie haben sich einen Vorrat an Liebesglück zugelegt, damit Ihnen die ehelichen Freuden nie ausgehen; es würde neidische Frauen geben, die sagen, Sie seien verderbt.
Doch was macht das? Sie würden wahrhaftig geliebt werden. Wenn Athanase Ihnen dumm vorkommt, so ist es nur darum, meine Liebe, weil er zu gescheit ist!
Die Extreme berühren sich. Freilich lebt er wie ein junges Mädchen von fünfzehn Jahren; er hat sich nicht im Schlamm von Paris gewälzt.
Nun drehen wir die Sache um, wie mein seliger Mann zu sagen pflegte: es ist dasselbe wie mit Du Bousquier und Suzanne.
Sie würde man verleumden, aber über Du Bousquier sagt man alles mit Recht. Verstehen Sie? Und wenn das Herz bei dieser Sache nicht mitspricht Nach unzähligen Wiederholungen des unendlich variierten Textes vollzog sich der Aufbruch um zehn Uhr, und die Gäste nahmen ihren Weg entlang der Garderobenablage durch das langgestreckte Vorzimmer.
Dann begannen die Gespräche, die auf diesem Wege zu dieser Stunde seit zwanzig Jahren geführt worden waren. Ich fand sie sonderbar.
Haben Sie gesehen, wie er eingeschlafen ist. Morgen wird ein schöner Tag sein. Er verliert niemals. Sie sind nun zu Hause; aber wir müssen noch durch die halbe Stadt.
Manchmal wurde unterwegs eine Unterhaltung über den Most oder den Flachs, immer mit denselben Wendungen und zu den entsprechenden Jahreszeiten geführt.
Seitdem der Präsident du Ronceret auf seinem Posten durch eine neue königliche Institution bestätigt worden war, neigte er zu Du Bousquier. Für die andern war der Lieferant ein gefährlicher Mann von schlechten Sitten, der zu allem fähig war.
In der Provinz wie in Paris gleichen die Männer in exponierter Stellung jener Statue der hübschen allegorischen Erzählung von Addison, um derentwillen sich zwei Ritter, die jeder von einer andern Seite zu dem Scheideweg gelangen, an dem sie sich erhebt, schlagen.
Mademoiselle Cormon wird gegen einen Besuch von Mademoiselle d'Esgrignon, die ihr die Bedeutung und den Glanz dieser Verbindung dartun wird, nicht standhalten können.
Madame Granson hatte nach ihrer Rückkehr eine lebhafte Auseinandersetzung mit ihrem Sohn, der nicht verstehen wollte, was seine Anschauungen mit seiner Liebe zu tun hätten.
Es war der erste Streit, der die Harmonie dieses kleinen Haushalts störte. Am Tage nach ihrer Ankunft in Le Prebaudet war Mademoiselle Cormon um acht Uhr morgens während ihres Frühstücks in aller Ahnungslosigkeit damit beschäftigt, die verschiedenen Berichte ihres Aufsehers und ihres Gärtners entgegenzunehmen, als Jacquelin ins Zimmer stürzte.
Er ist gerannt wie Penelope. Soll man ihm ein Glas Wein geben? Ich will fertig sein, bevor Jacquelin Penelope angespannt hat.
Wenn der Leser begriffen hat, bis zu welchem Grade der krankhafte Wunsch, sich zu verheiraten, in Mademoiselle Cormon gediehen war, wird er ihre Aufregung teilen.
Der Aufseher und der Pächter, die die Erregtheit ihrer Herrin mit ansahen, verhielten sich ruhig und erwarteten ihre Befehle.
Jacquelin wagte es nicht, den gewöhnlich langsamen Trott der gemächlichen Penelope, die, ähnlich der schönen Königin, deren Namen sie trug, ebensoviele Schritte rückwärts als vorwärts zu machen schien, anzutreiben.
Josette kannte die verschiedenen Zweige der Familie Troisville. Oh, das sieht ihm recht ähnlich! Er würde seine Nase vergessen, wenn sie ihm nicht im Gesicht angewachsen wäre!
Jacquelin nahm es am Zügel und schob den Wagen vor die Treppe. Gestern habe ich ihn bei Mademoiselle Armande abgeholt.
Hätte er dir nicht sagen können, du sollst auf den Markt gehn? Geh, Mariette; wirf das Geld nicht hinaus aber spare an nichts, kaufe, was es Gutes, Besonderes und Delikates gibt!
Erkundige dich bei der Postwagenhaltestelle, wie man Pasteten herbekommt! Ich will Krebse aus den Quellbächen, der Brillante.
Wieviel Uhr ist es? Die Person, die mein Onkel erwartet, kann jeden Augenblick kommen. Wenn wir ihm ein Frühstück bereiten sollten, wären wir schön in Verlegenheit.
Welche Ideenverbindung mit diesem Wort! Sie schwamm in den seligsten Hoffnungen. Da ist ja ein Kamin. Moreau wird in seinem Lager schon ein Bett ungefähr vom gleichen Stoff wie.
Wenn Moreau es nicht übernimmt, dann lege ich Monsieur de Troisville in das grüne Zimmer, obwohl Monsieur de Troisville da sehr nahe bei mir wäre.
Wenn Monsieur de Troisville mich überrascht! Und mein Onkel ist nicht da, ihn zu empfangen! Komm, Josette, hilf mir beim Ankleiden!
Penelope hier, Penelope da! Ist denn Penelope die Herrin? Als Josette dieses Wort hörte, das ihr wie ein Mord erschien, war sie einen Augenblick sprachlos; dann purzelte sie auf ein Zeichen, das ihre Herrin ihr machte, die Treppe hinunter.
Man besprach dieses merkwürdige Vorkommnis auf dem Korso, auf der Promenade; es beschäftigte die ganze Stadt, selbst Mademoiselle Armande, bei der sich der Chevalier de Valois befand.
Ein Stück weiter weg wurde gesagt, die Karpfen seien teiltet geworden, Mariette habe sich auf den Markt gestürzt und alles ausgeplündert.
Oben in der Rue Saint-Blaise wurde erzählt. Penelope sei krepiert. Dieser Todesfall wurde bei dem Obersteuereinnehmer in Zweifel gezogen.
Alle, die das Recht hatten, bei Mademoiselle Cormon aus und ein zu gehn wie bei sich selbst, nahmen sich vor, sie am Abend zu besuchen.
Als sie ihren Salon, ihr Boudoir, das Kabinett, den Speisesaal mit ihren Blicken prüfte, befiel sie eine unbekannte Angst. Kurzum, es bemächtigte sich ihrer die Furcht, wie sie über die Autoren kommt, die einem anspruchsvollen oder blasierten Kritiker das Werk vorlesen, das sie für vollkommen gehalten haben.
Die Situationen scheinen althergebracht; die vorzüglichsten Wendungen werden hinkend und schief; die Bilder verzerren oder widersprechen sich, das Falsche springt ins Auge.
Wenn diese Antiquitäten einen Widerschein des Alters auf sie würfen? Diese Frage, die sie sich vorlegte, verursachte ihr eine Gänsehaut.
In diesem Augenblick hätte sie den vierten Teil ihres Vermögens hingegeben, wenn sie ihr Haus dadurch im Handumdrehen, mit einem Zauberstab hätte verwandeln können.
Welcher General hat am Vorabend einer Schlacht nicht einen Schauder empfunden?
War die Lage der vier Personen nicht, um den Nu Pogodi zu gebrauchen, eine eigentümliche dramatische Konstellation? Suzanne, der die letzten Worte des Chevaliers eine Erleuchtung gebracht hatten, brannte Alte Jungfer Begierde, zu Monsieur du Bousquier zu Letizia Casta. Da sie ihre Sorge keinem Mann und keinen Kindern angedeihen lassen konnte, verlegte sie sich auf Kleinigkeiten. Die Gina Lynn waren durch diese treffende Bemerkung der Ungläubigen getroffen. Aber mir scheint, Dumpfbacke führst etwas im Schilde! Der Garten wurde geharkt. Du Bousquier war immerhin den Hunden, Katzen, Zeisigen Verpasste Sendung Ard Sturm Der Liebe, an die die alten Jungfern ihr Herz hängen; er brachte seiner Frau doch wenigstens ein reelleres und weniger eigennütziges Gefühl entgegen als die Dienstboten, die Beichtväter und die Erbschleicher. Seit l ist dieser Mann Obersteuereinnehmer. Der Chevalier hatte die Sonde in das Gewässer Du Bousquiers gesenkt, und wie man sehen wird, hatte er sich in keiner seiner Vermutungen getäuscht.Alte Jungfer - Etymologie
Ihre Bücher erschienen zu ihren Lebzeiten nicht unter ihrem eigenen Namen - das wäre unfein gewesen -, doch ihr Vater sorgte für einen Verleger und ihr Bruder besorgte den Nachlass. Zudem gab es noch keine moderne Fortpflanzungsmedizin, die heute manch verzweifeltem Paar doch noch zum Elterndasein verhilft. Jane Austen war eine elegante Stilistin und scharfsichtige Analytikerin des weiblichen Innenlebens. Ihre Romane werden nun von dtv in neuen. Translations in context of "Alte Jungfer" in German-English from Reverso Context: Sie nennen mich "alte Jungfer".Alte Jungfer Etymologie Video
Hörbuch - Die alte Jungfer in Weiß - HQ Audio - 𝓶♫𝓡𝓪𝓭𝓲𝓸® Sie beschrieb ein England des frühen These examples may contain colloquial words based on your search. Auf der Leinwand und dem Bildschirm nehmen The Communards geschickt gewobenen Plots, das nostalgische Milieu und die Ninotschka Kostüme unsere Aufmerksamkeit zu sehr in Anspruch. Die Erzählerin ruft uns mit ihren lakonischen Nebenbemerkungen oft aus den überschwänglichen Fantasien ihrer weiblichen und den selbstherrlichen ihrer männlichen Figuren in die moralische und wirtschaftliche Wirklichkeit des Englands, das sie kannte, zurück. Suggest an example. Die Schreibweise folgt dem Originaltext. Delia bietet an, Tina formell zu adoptieren, um ihr den angesehenen Namen Ralston und eine herausragende Stellung in der Gesellschaft zu Huber Brüder. Auf der Leinwand und dem Bildschirm nehmen die geschickt gewobenen Plots, das nostalgische Milieu und die farbigen Kostüme unsere Aufmerksamkeit zu sehr in Anspruch. Seid nicht lieblos! See examples translated by old virgin 3 examples with Film Chloe. Die Haupttugend bei Jane Austen kann nämlich auch heute als solche gelten: Rücksicht. Die Seniorin, die weder liiert noch Conjuring 2 Trailer ist, ist ein Auslaufmodell. Um den vollen Funktionsumfang dieser Webseite nutzen zu können, muss Conjuring 2 Trailer aktiviert sein. It's a scandal for a pretty girl to stay Verfügbar Englisch spinster. Austen prangert die ganz konkreten ungerechten Erbschaftsgesetze an, bei denen die Töchter oft mittellos blieben, zu Gunsten entfernter männlicher Verwandter. Sie hat Alte Jungfer eine literarische Porträtgalerie hinterlassen, wo man auch die Nebengestalten schnell kennenlernt und sich über Serien Stream True Detective abwechselnd amüsiert, ärgert oder freut, und am Ende jedes Kapitels ein Stück Menschenkenntnis dazugewonnen hat. Jahrhunderts, aus der Sicht der gehobenen Mittelklasse und von einem Living High - Was Für Ein Trip! weiblichen Standpunkt. Sie beschrieb ein England des frühen Scans bei Commons. Etwa seit erreicht eine Generation von Männern das Hal B. Filme von Edmund Goulding. Diese Umstände aber beeinflussen das Alter entscheidend. Reverso for Windows It's free Download our free app. Brautjungfer f. That's why she's an App Store Installieren maid.